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Star Trek Discovery: Von (fast) verlorenen Werten. Eine kurze Retrospe, Die letzten Töne der letzten Folge der ersten Staffel sind verklu...
Matthias Wieprecht
Beitrag 12. Feb 2018, 20:21
Beitrag #1





Gast






Die letzten Töne der letzten Folge der ersten Staffel sind verklungen. Ich wage einen kurzen, sehr subjektiven Rückblick.

Ich schreibe gerne über Star Trek und doch muss ich zugeben, dass die letzten Folgen mich etwas gefordert haben (weswegen ich manche Folge auch nicht besprochen habe). Das ist durchaus positiv gemeint. Wenn jede einzelne Story so von Ideen strotzt, dass man damit jeweils eine eigene Serie starten könnte, wenn in einer Folge so viel passiert, wie sonst in einer Staffel ENT (einer Serie, die ich ebenfalls sehr schätze), dann ist es schon schwierig alleine eine Zusammenfassung zu basteln, mehr noch: Jede meiner Interpretation oder Deutungen wurde bisher ad absurdum geführt. Wer hätte z.B. geahnt, dass Captain Lorca nicht Captain Lorca ist?

Erzählerisch und optisch hat diese Serie bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. (Fast) vergessen ist die etwas starke \"Eierköpfigkeit\" der Klingonen oder das sehr moderne Design. So ziemlich jede Folge hat mit uns Fans Katz-und-Maus gespielt. Wie gerne zerlegen wir doch Folgen und analysieren sie auf ihre Stimmigkeit im „großen Ganzen“, wie gerne schauen wir, wie gut alles zueinander passt oder am Liebsten: NICHT zueinander passt! Und diese Serie hat fast jede Theorie, die sie uns vor Augen führte, selbst zerschlagen, lies uns kaum zur Ruhe kommen. Erfrischend!

Am Ende steht der Anfang einer unglaublich packende Serie, die mich mal etwas mehr, mal etwas weniger als „Star Trek“ - Serie angesprochen hat.

Jedoch: \"Star Trek\" a´la Roddenberry / Justman oder Berman sind nicht mehr zeitgemäß. Den Geist des \"großen Vogels der Galaxie\" kann man einfangen, aber die Umsetzung muss heute anders sein, wenn man über zwei und - mit Briefkampagne - drei Staffeln kommen will, wie es bekanntermaßen einst bei TOS der Fall war.

Das eigentliche Ende der letzten Folge, das sich Besinnen auf die Werte der Föderation, war wie ein Appell vor einem fiktiven Rat der Menschheit, denn nicht zum ersten Mal sind in unserer realen Welt die dunkelsten Motive ausschlaggebend für zu viele große Regierungen sowie zum Teil derer Bevölkerungen, unserer eigenen, deutschen, inklusive. Starke rechtsextreme Strömungen und Rassismus einerseits und Terroranschläge andererseits machen nicht alleine Deutschland zu schaffen, denn die ganze westliche Welt ist betroffen. Die Regierung „Trump“ setzt auf arg konservative und nationale Sichtweisen, erstmals seit Jahrzehnten wieder gab und gibt es Angst vor einem Atomkrieg. Gefühlt scheint die zivilisierte Welt sich darauf einzustimmen, seine Werte über Bord zu werfen, wo sie überhaupt noch existieren, denn im Zweifel ersetzt Geld das Gewissen. Das mag arg vereinfachend sein, aber kratzt dennoch mehr als nur an der Oberfläche des Gemütszustandes unserer Welt, behaupte ich.

Und in so einer Situation kommt da eine Fernsehserie, in der die Hauptprotagonistin jene erbauliche Rede hält und einer moralisch wankenden Föderation - sowie dem Fernsehpublikum - vor Augen hält, worum es geht: Darum seine (humanistischen) Werte eben nicht als Antwort auf Unmenschlichkeit über Bord zu werfen, zumal diese uns (Menschen) ausmachen. Gut, zugegeben: Diese Fiktion ist unserer Realität erwartungsgemäß weit voraus. Aber \"Discovery\" setzt auf eine Erwartung Roddenberrys: Dass sich eine Intelligenz vor den Fernsehbildschirmen befindet.

Star Trek war immer am Besten, wenn es einen Bezug auf die aktuellen Begebenheiten nahm.

Und als dann am Ende der Staffel die Discovery auf die U.S.S. Enterprise unter dem Kommando von Christopher Pike trifft, während sie sich auf dem Weg nach Vulkan, zum neuen Captain der Discovery, befindet und die altbekannte Melodie der alten Enterprise – Ära ertönt, schlägt das Star Trek – Herz höher. Am Ende dieser ersten Staffel und rückblickend erkenne ich, dass es sich sehr wohl um Star Trek im besten Sinne handelt.

Was die Serie \"Discovery\" angeht, bleibt nur eines zu sagen: Ich will mehr!

Zur Originalmeldung

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Antworten (1 - 5)
Kevin Flynn
Beitrag 13. Feb 2018, 13:57
Beitrag #2





Gast






Als erstes möchte ich dem Author danken für die umfangreichen Reflexionen der einzelnen Folgen. Als ein Fan der ersten Stunde des Star Trek Universums, hatte ich die letzte Serie gar nicht mehr auf dem Schirm, wohl auch weil diese nur auf Netflix zu sehen war. Letztendlich gab ich mir nicht zuletzt nach dem lesen der Rezensionen auf dieser Seite eine Ruck und wagte den Sprung in die neue Serie.
Ich stimme in vielen Aspekten mit dieser Nachbetrachtung überein. Eine Serienuniversum das bereits seit mehr als einer Generation besteht, muss sich weiter entwickeln und der Zeit anpassen. Das schafft Star Trek Discovery meines Erachtens nach sehr gut. Es hat bekannte Elemente, macht aber vieles anders. Alleine schon der Trailer mit den technischen Zeichungen und der Musik hat mich fasziniert. Dies zieht sich auch durch die ganzen Bilder des Films.
Ich bezeichne es gerne als die "dunkle" Seite von Star Trek. Ambivalente Charaktere, Handlungsstränge über eine ganze Staffel und die Gewißheit das die Welt nun mal Grau und nicht Schwarz/Weiß ist. Sicher gibt es Dinge zu bemängeln, aber wo nicht ?
Was ich mir für die zweite Staffel wünsche ist das sich mehr Charaktere herausentwickeln mit denen man sich identifizieren kann. Es konzentriert sich hier für mich zu sehr noch auf Burnham.
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Teilzeit-Nerd
Beitrag 13. Feb 2018, 22:48
Beitrag #3





Gast






Ich stimme mit dem Autor dieses Artikels insofern überein, das Gegebenheiten der irdischen Gegenwart eingeflossen sind ABER das hätte man fließender und besser erzählen müssen, die Autoren hätten sich gegenseitig Briefen müssen, wie und wo die eine Folge endet und die nächste beginnt.
Die 2. Staffel sollte, sofern es wieder ein Serial wird, nur von einem einzigen Autor(en-Duo) Folge für Folge geschrieben und weiterentwickelt werden, so wie es einst JMS mit Babylon 5 glänzend gelang.
Der unsinnige Ausflug ins Mirror-Universum war überflüssig...die Auflösung, das Lorca urspr. aus dem Spiegeluniversum kommt hätte der Cliffhanger am Staffelende sein können, so sind 4 Folgen ans Mirror-Universum verschwendet worden, die für die Handlung im Klingonenkrieg jetzt fehlen und zu so einem unbefriedigenden und überhasteten Ende führten.
Warum hat man nicht noch schnell eine 16.,17. oder 18. Folge nach gedreht? Warum waren s nur 15? Wie kamen die auf diese unsinnige Folgenanzahl?..ich versteh s nicht!
Es tut mir leid, aber weder die Story noch ein Großteil der Figuren hat mich wirklich gepackt.
Lediglich die Kerncrew um Saru, Tilly und Stamets waren stets top und sympathisch und verleiteten mich zum weiterschauen.
Ich will auch, das Saru Captain bleibt, denn einen Alien als Captain hatten wir noch in keiner vorigen Serie.
Ich bin auf Staffel 2 gespannt, sehne sie aber nicht herbei....leider!
Daran ändert auch die Begegnung mit der Enterprise nichts.
Übrigens:
Wer bekam auch das ungute Gefühl, als die Worte Notruf und Vulkan in einem Atemzug genannt wurden, das sich die DSC plötzlich in Abramsverse befindet...denn ich glaube Nero s Angriff auf Vulkan fand 2256 statt?!Und die Enterprise unter Pike reagierte auf ihn in STAR TREK XI(2009)....
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Bibi the Zionist
Beitrag 14. Feb 2018, 09:01
Beitrag #4





Gast






"Discovery" war in der Tat erfreulich dunkel, doch dann kamen die letzten fünfzehn Minuten des Finales, dann war wieder Star Trek: Bullerbü der übelsten Sorte angesagt. Der Artikelschreiber mag das bejubeln und von geretteten Werten schwadronieren, andere sehen es eher umgekehrt. Ansonsten aber ein gelungenes Resümee. Jeder hat halt so seine eigenen Vorlieben. Wer waren denn die besten, interessantesten Charaktere der Staffel? Nein, nicht die faden Sternenflotten-Helden, es waren der verschlagene Lorca und die massenmordende Empress. Tjaja, das sagt doch alles. :D
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Uhurababe
Beitrag 16. Feb 2018, 08:19
Beitrag #5





Gast






@Teilzeit-Nerd

Für meinen Geschmack waren 15 Folgen bereits zuviel. Man wollte sich ursprünglich qualitativ und erzählerisch "Game of Thrones" oder "Westworld" annähern und eine Staffel auf 10 Episoden beschränken. Daran hat man sich nicht gehalten und die Anzahl der Folgen um 50% (!) erhöht, ohne das Budget daran anzupassen. Das Ergebnis waren zum Teil sehr schlechte Drehbücher und billig wirkende CGI.

Man gewinnt nicht den Eindruck, dass die erste Staffel von vornherein von Anfang bis Ende durchdacht war. Vielmehr scheinen zu Drehbeginn nur die Bücher für den Piloten und die ersten 1-2 Folgen vorgelegen zu haben; der Rest war bestenfalls grobe Skizze und wurde während der Dreharbeiten mit heißer Nadel näher ausgeschmückt.

Ich stimme mit Dir überein, dass es besser wäre, wenn nur ein Autor oder ein kleines Autorenteam eine ganze Staffel schrieben. Dann wäre inhaltliche Schlüssigkeit eher gewährleistet als bei diesem Patchwork.

Man beginnt zu begreifen, warum Alex Kurtzman und Nicholas Meyer sich zurückgezogen haben oder sich zurückziehen mussten. "Discovery" hat nichts mit dem gemein, was ursprünglich angekündigt wurde.

Die Optik und Dramatik von "Das unentdeckte Land" wäre modern gewesen und hätte gleichzeitig in den Canon gepasst. "Discovery" ist nur ein billiger Abklatsch der Abrams-Filme und nicht sehr intelligent geschrieben. Das Publikum, auch in den USA, ist zu 1/3 völlig abgestoßen, zu 2/3 aber kritiklos begeistert. Dazwischen gibt es fast nichts (vgl. die Amazon-Rezensionen).
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Cpt. Foster
Beitrag 20. Feb 2018, 20:05
Beitrag #6





Gast






Ich kann der neuen Serie rundherum nichts abgewinnen. So viel mal vorweg. Richtig ist zwar, dass Star Trek modernern sein "muss" und nicht mehr wie eine 90er Jahre Fernsehserie aussehen und erzählt werden darf. Klar, da wird jeder soweit zustimmen.
Doch Star Trek Discovery ist m.M.n. eine Serie, die zweierlei Maß nicht gerecht wird. Einerseits dem dramaturgischen Anspruch einer modernen Serie, andererseits dem eigenen Star Trek Canon.

Die Serie ist - trotz optiver Politur - nicht modern erzählt. Charaktere bleiben weitehend flach, Handlungen sind unlogisch und konstruiert und gehen nicht in die Tiefe. Die Qualität des Storytellings kann sich nicht mit anderen modernern Serie wie Game of Thrones, Outlander, Expanse etc. messen.

Als Strar Trek Serie fällt Discovery m.M.n. ebenfalls durch. Der Canon wird oft belächelt, doch das ist die Quintessenz eines solchen Serienuniversums. Star Trek Discovery schreibt die Star Trek Geschichte in wesentlichen Punkten um und das macht keinen Sinn. Es ist gelinde gesagt unkreativ.
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