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Zweitrezension: Picard 2×02 – “Penance” / “Buße”

In unserer Zweitrezension blicken wir noch einmal auf die jüngste Episode von “Star Trek: Picard”, in der eine alte Star Trek-Legende ein Comeback feiert, das spannende Fragen aufwirft. Vorsicht, SPOILER!

Strange New Worlds: James T. Kirk für Staffel 2 besetzt

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James T. Kirk in "Strange New Worlds"
James T. Kirk in "Strange New Worlds"

Die Dreharbeiten zur zweiten Staffel “Strange New Worlds” laufen bereits, obwohl der US-Start der Serie erst noch bevorsteht. Darin taucht offenbar der dritte Captain der U.S.S. Enterprise höchstpersönlich auf: James Tiberius Kirk.

Paul Wesley (CC-BY-SA 3.0 Gage Skidmore)
Paul Wesley (CC-BY-SA 3.0 Gage Skidmore)

Wie schon bei Spock und Pike wird nicht das Alter Ego der Kelvin-Filmreihe die Figur verkörpern, es gibt also (unseres Wissens nach) kein Wiedersehen mit Chris Pine auf der kleinen Leinwand. Die Rolle des Jim Kirk übernimmt der Amerikaner Paul Wesley (Künstlername von Paweł Tomasz Wasilewski), Sohn polnischer Immigranten aus New Brunswick, New Jersey.

Bekannt wurde Wesley als Stefan Salvatore in “The Vampire Diaries” und seinem Spiel in der Anthalogieserie “Tell Me a Story”. Der 39-Jährige ist darüber hinaus auch Regisseur und Produzent, und somit der dritte Darsteller, der nach Shatner und Pine die Rolle spielt.

Vom ehemaligen Kapitän der Enterprise gab es auch direkt Glückwünsche via Twitter.

https://twitter.com/WilliamShatner/status/1503902196932366339

Fun Fact: Wesley ist mit 39 Jahren älter als William Shatner bei seinem ersten “Star Trek”-Auftritt (da war der Kanadier 34 Jahre alt), obwohl er vermutlich eine jüngere Version des Charakters spielen wird. Das lädt zu allerlei Spekulationen dazu ein, unter welchen Umständen Kirk in der zweiten Staffel auftritt, Zeitreisen und Flash-Forwards eingeschlossen.

Paul Wesley als James T. Kirk in "Strange New Worlds"
Paul Wesley als James T. Kirk in “Strange New Worlds”

Paramount veröffentlichte bereits ein Bild von Wesley im Stuhl des Captains, ließ aber nichts dazu verlautbaren, ob er als einmaliger Gast, wiederkehrende Figur oder gar Ersatz für Anson Mount besetzt wurde.

Wann wir die fremden neuen Welten mit Anson Mounts Captain Pike, Rebecca Romijn als Nummer Eins und Anthony Peck als Spock erkunden dürfen, steht indes weiter in den Sternen. Paramount möchte die Serie wohl für den Start der eigenen Streamingplattform Paramount+ reservieren, die immer noch keinen offiziellen deutschen Starttermin hat.

Video-Review: “Hero Quest (2022) Teil 1 – Alt vs. Neu”

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Im ersten Teil unserer Review-Reihe zu Hero Quest (2022) machen wir nicht nur ein Unboxing sondern sehen uns auch die neue Version im direkten Vergleich zur alten an.

Zusätzlich zu diesem Vergleich sehen wir uns aber auch im Detail die Entstehungsgeschichte des “neuen” Hero Quest, respektive die Crowdfunding-Kampagne und was es dort noch an “Extras” abzustauben gab, an.

Diese Extras sind leider Crowdfunding-Exklusiv und daher extrem schwer zu bekommen. Bei Ebay werden dafür horrende PReise von 15 Euro oder mehr pro Figur (!) fällig.

Also ja, es ist schade, das man hier so nicht dran kommt, aber lasst euch hier keinesfalls über den Tisch ziehen :).

Rezension: “Unsere liebe Frau der unendlichen Welten 1 – Schwestern des ewigen Schwarz”

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Wir werfen einen Blick auf einen etwas ungewöhnlichen Glaubensroman.

Inhalt (Klappentext)

Vor Jahren sandte die Erde Ordensschwestern in die weit entfernte Dunkelheit des kolonisierten Weltalls aus, bewaffnet nur mit Kruzifixen und eisernem Glauben. Jetzt befinden sich die Schwestern des Ordens der Heiligen Rita in interstellarer Mission auf einem lebenden, atmenden Schiff, das entschlossen scheint, einen eigenen Willen zu entwickeln. Als der Orden einen Notruf von einer neu gegründeten Kolonie erhält, entdecken die Schwestern, dass nicht nur das Seelenheil ihrer weit verstreuten Gemeinde auf dem Spiel steht. Es droht tödliche Gefahr – und diese geht nicht zuletzt von der eigenen Kirche aus …

Kritik

„Schwestern des ewigen Schwarz“ ist ein recht dünnes Büchlein und schlägt mit knapp 150 Seiten zu Buche. Man kann es allerdings nicht als Jugendroman einstufen, sondern hier wird eine durchaus ernste Geschichte präsentiert.

Rezension: "Unsere liebe Frau der unendlichen Welten 1 - Schwestern des ewigen Schwarz" 1

Die Hintergründe der Welt in Kürze: In nicht näher benannter Zukunft liegt die Erde in Trümmern und die Menschen haben das All kolonisiert. Oder zumindest vier Systeme, denn die Reisen gehen immer noch ohne Überlichtgeschwindigkeit vonstatten und Nachrichten brauchen teils Jahre, bis sie dort ankommen, wo sie hinsollen. Zumindest der Verzicht auf höhere Technologien ist schonmal ein erfreulicher neuer Ansatz.

Die Schwestern reisen dabei auch in einem lebendigen Schiff (wer „Lexx“ noch kennt, wird hier Assoziationen finden). Es gibt aber auch noch normale Metallschiffe, wie etwa beim Militär. Die Hintergründe der Erdgeschichte werden allerdings leider nur am Rande angekratzt, obwohl hier durchaus Potential drinstecken würde.

Die Schwestern, das sind eine Gruppe Nonnen, die eben im All unterwegs ist, um alles zu machen, was man sonst auch so macht: Ehen schließen, Segnungen oder allgemeine Hilfeleistungen. Und das ist im Grunde auch schon die Ausgangsstellung dieses Romans.

Leider fragt man sich aber über eine große Strecke der Erzählung, was die Autorin uns eigentlich sagen möchte. Knapp 100 Seiten werden nämlich wirklich mit eben dieser Hilfeleistung verbracht. Es ist zwar irgendwie schön, mal etwas ohne Action zu haben, aber Alltag im All ist eben, wie jedweder Alltag, schon etwas langweilig.

Auch wird an der Stelle verpasst, uns die Charaktere näher vorzustellen. Wir haben zwar ein oder zwei „Hauptschwestern“, die im Mittelpunkt stehen und über die man im Ansatz etwas über ihre Lebensweise und Vergangenheit erfährt, dies ist aber eher spärlich und hilft leider nicht dabei, das man mit den Charakteren warm wird oder sich gar in sie hineinfühlen kann. Von den Nebencharakteren fangen wir erst gar nicht an, denn die werden nur ab und an erwähnt um z.B. am Ende dann wieder sang- und klanglos vom Schiff zu verschwinden. Da man aber keinerlei Bindung aufgebaut hat oder die eben keinerlei Rolle im großen Ganzen spielen, wirken sie halt leider auch total überflüssig.

So plätschert der Roman etwa 100 Seiten vor sich hin, bis dann ein Priester an Bord kommt, der das Schiff inspizieren und nötige Reformen anstoßen will. Nun wird es endlich interessant – könnte man meinen. Aber auch dieser Priester bleibt total blass und hat, außer etwas Rumzustänkern, nicht viel zur Handlung beizutragen.

Keine 30 Seiten später verschwindet er, wie andere Charaktere zuvor, in der Versenkung (bzw. Bedeutungslosigkeit) um nicht mehr aufzutauchen. Dabei hätte man hier durchaus einiges an Konflikten schüren können. Konflikte gab es auch einige, etwa die Schwester, die sich verliebt und deswegen gehen will. Aber auch in diesem Beispiel ist es einem am Ende egal, ob die Figur geht oder nicht, da auch diese letztlich Belanglos bleibt.

Erst bei ca. 130 Seiten kommt man einer großen Verschwörung auf die Spur und die Geschichte wird noch ein wenig interessant und zeigt, wieviel Potential eigentlich im Setting stecken würde, wenn man nur etwas mehr Zeit (oder vor allem Seiten) auf World-Building ausgelegt hätte. So ist nicht nur das Geheimnis der Oberin sondern eben auch das Rätsel um den Virus durchaus etwas, worauf man hätte aufbauen können.

Indes, ihr ahnt es schon, sind ja nur noch 20 Seiten zu füllen, bevor wir auch schon am Ende der Geschichte angelangt sind. So vermag auch hier nicht wirklich Spannung aufzukommen und besagtes Ende kommt dann auch etwas willkürlich daher.

Rezension: “Sonnenstein – Mercy 2”

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Der zweite Band der neuen Sonnenstein-Reihe bei uns im Review.

Inhalt (Klappentext)

Die Geschichte über BDSM und Metal geht weiter. Ally und Alan entdecken gemeinsam die Höhe und Tiefen ihrer sexuellen Vorlieben, während Anne und Laura glücklich im siebten Himmel schweben. Allen geht es prächtig. Und es wäre ja auch zu schade, wenn Vertrauensprobleme alles ruinieren würden, nicht wahr? Die beliebte Serie Sonnenstein vom New York Times-Bestsellerautor Stjepan Sejic (Harleen, Death Vigil) findet in diesem zweiten Band von Mercy eine anregende Fortsetzung – sexy und witzig.

Kritik

Rezension: "Sonnenstein - Mercy 2" 2

Über zwei Jahre mussten wir auf den neuen Sonnenstein-Band warten. Ob Corona hier für die Verzögerung verantwortlich zeichnet, kann nur vermutet werden. Aber wenn wir gerade von “Zeichen” sprechen: die Zeichnungen sind wieder auf dem gewohnten Niveau gehalten, was aber auch kein Wunder ist, ist doch wieder Stjepan Sejic dafür verantwortlich. Auch wenn man im Vergleich zu etwa den Superheldencomics etwas kantiger oder eher mit Strichen akzentuiert, hat die Reihe seit jeher ihre eigene Identität gefunden. Fans werden sich also schnell wieder zurechtfinden. Und auch die Gesichtszüge der Charaktere spiegeln wunderbar ihre Emotionen wider.

Storytechnisch behandelt auch dieser zweite Band der neuen Reihe wieder die Vorgeschichte unserer Protagonisten. Wobei man diesmal, auch was die Zeichnungen angeht, einen Schritt weitergeht. Es gibt mehr Sexszenen und diese sind auch ausführlicher dargestellt, an der Grenze zur Pornografie, ohne diese aber je zu überschreiten. In gewisser Weise eine durchaus akzeptable Weiterentwicklung der Reihe.

Wobei man natürlich nicht nur vom Erotikfaktor her eine Weiterentwicklung sieht, sondern auch von den Charakteren. Waren die ersten Sonnenstein-Bände eine wunderbare Heranführung an das Thema BDSM, so gibt es jetzt in gewisser Weise eine Heranführung an Sexualität. Im Grunde kann man diesen Band an vielen Stellen als Blaupause für unerfahrene Personen nehmen, welche ihre ersten Erfahrungen sammeln. Dabei wird sich nicht nur auf die Hetero-Schiene eingeschossen, sondern eben auch, wofür die Reihe ja eigentlich steht, auf die lesbische Liebe.

Auch hier machen unsere beiden Protagonistinnen ihre ersten Schritte, wobei man natürlich als Leser der Reihe schon weiß, dass ihre Beziehungen nicht lange halten werden, sind sie doch in der Hauptreihe letztlich zusammen gekommen. Demzufolge bahnt sich am Ende schon der ein oder andere Schatten an, und auch hier werden Beziehungsprobleme wieder gut dargestellt. Aber auch wenn man dieses Hintergrundwissen nicht hat, kann man bedenkenlos in die Reihe einsteigen.

Weitere wichtige Themen, die hier angesprochen sind, sind etwa auch, wie man mit den Eltern darüber redet und vielleicht auch wie wichtig deren Reaktionen sind. Die Story an sich ist dabei so dicht am Alltag gehalten, das vermutlich jeder, der sich halbwegs für das Thema interessiert, hier warm werden kann. Wobei das Thema an dieser Stelle eben NICHT BDSM ist, das kommt in der Tat nur am Rande vor, sondern eben wirklich das Erforschen der eigenen Sexualität (die dann eben, in der ursprünglichen Reihe, zu BDSM führen kann). Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, wie gut Sejic, als Mann, hier Einfühlungsvermögen zeigt.

Zweitrezension: “Discovery 4×12 – Spezies 10-C”

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Wir sehen uns die neue “Discovery”-Folge an und klären, wie die 10-C wirklich aussehen. Aber Achtung, Spoiler!

Die aktuelle Folge von “Discovery” macht wieder einen Knick nach unten, was vor allem an der Handlung rund um Book liegt, die diesmal halt leider so gar nicht funktioniert. Auch bei der Discovery-Handlung haben sich die üblichen Discovery-M… Halt! Auf vielfachen Leserwunsch nennen wir das Wort nicht, sondern sagen an der Stelle “Klischees”. Also, es haben sich leider wieder die üblichen Klischees eingeschlichen. Im Gegensatz zur Vorwoche kratzt man hier wieder an der Grenze des Erträglichen. Doch der Reihe nach.

Von Überraschungen und Entführungen

Fangen wir zunächst mit den positiveren Dingen an. So erreicht die Discovery die Hypersphäre, wobei die Crew von deren Größe ganz überrascht ist. Okay, die Dyson-Sphäre aus der TNG-Folge “Besuch von der alten Enterprise” hat die Discovery-Crew ja nicht gesehen. Ansonsten ist das Ding jetzt sicherlich nicht so bemerkenswert.

Immerhin hat man aber mit den zuvor gefundenen Pheromonen einen Weg zur Kommunikation entdeckt. Natürlich ist es an dieser Stelle wieder Michael, die die entscheidenden Hinweise gibt. Und deren Weg zur Kommunikation sich wieder einmal als richtig erweist. Was auch sonst?

An der Stelle mag man darüber vielleicht noch hinwegsehen können. Später wird die Brückencrew hinzugeholt, um auch noch ein paar Tipps hinzuzugeben und zur Lösung beizutragen. Das läuft in weniger als einer Minute ab und ist leider ein allzu konstruierter Versuch, besagter Crew etwas mehr Raum zu geben. Diese Sequenz war also eigentlich total überflüssig. Und auch Doktor Hirai wirkt einfach nur nervig, auch wenn er diesmal etwas mehr beisteuern darf. Nervig vor allem deshalb, weil er immer noch mehr zum Essen neigt denn zum Arbeiten.

Zweitrezension: "Discovery 4x12 - Spezies 10-C" 3
Die Kommunikation mit den 10C gehört zu den Besseren Dingen der Folge. (Bild: “Discovery” 4×12, Paramount+)

Positiv ist aber in jedem Fall die Kommunikation mit den 10-C und die Tatsache, dass diese Spezies fremdartig und vor allem nicht humanoid dargestellt wird. Anscheinend sind sie doch etwas größer, wie auf dem Planeten der Vorwoche angedeutet. Was sich hier entspinnt, ist ein langsames Rantasten und zwar noch ohne Kommunikatoren. Das mag stellenweise etwas langweilig wirken, aber hier traut man sich mal was Neues, das auch noch ganz in der Tradition von “Star Trek” steht: Erforsche das Unbekannte.

Das geht sogar soweit, dass das Kommunikationsteam in einer Art Holoszenario mit der isolytischen Waffe konfrontiert wird und diese den 10-C erklären muss. Am Ende macht die Diplomatie dann Fortschritte und… aber dazu kommen wir gleich. Auf jeden Fall ist es schön, hier mal wieder einen etwas anderen Ansatz zu erleben. Für mich hätte dieser Ansatz schon ausgereicht, um die ganze Folge zu tragen. Immerhin beinhaltet dieser Teil der Handlung genau jenen Sense of Wonder, der bisher oftmals gefehlt hat.

“Discovery”-typisch kommt es aber mal wieder anders…

Charakterwerte und so…

Zunächst mal sind hier noch die Charakterentwicklungen zu nennen, wobei Entwicklungen wieder sehr hochgegriffen ist. Schön ist, dass Stamets und Culber auch endlich mal ein Gespräch führen, auch wenn dieses wenig ergiebig ist.

Ebenso gefällt, dass Adira diesmal nicht ganz so überflüssig wirkt und bei der Aufklärung des “Reno-Falls” eine gute Figur macht. Und auch Zora, die merkt, dass etwas mit ihr nicht stimmt, kann man noch so stehen lassen – auch wenn es vielleicht stellenweise ein bisschen zu spät kommt.

Saru und T’Rina sind sich dabei unsicher, wie sie offen mit ihrer sich entwickelnden Beziehung umgehen. Hier darf auch wieder Michael (wer sonst?) den entscheidenden Hinweis geben. Auch das kann man vielleicht noch mit einem leichten Augenzwinkern abtun.

Was hingegen gar nicht geht, das ist das Gesäusel um den Urschrei, den man einfach mal loslassen sollte, um sich besser zu fühlen. Zwar klingt Sarus Schrei ganz interessant und es mag konform mit früheren Entwicklungen gehen. Die Szene an sich war aber irgendwie schon einfach nur lächerlich. Sorry, an der Stelle hat mich halt so gar nichts gepackt. Natürlich hat sich das nicht angefühlt.

Zweitrezension: "Discovery 4x12 - Spezies 10-C" 4
Captain Burnham im Shuttlehangar (Bild: “Discovery” 4×12, Paramount+).

Dann kommt die erwähnte Entführung von Reno. Ich mag sogar noch dabei mitgehen, dass es keiner bemerkt ob der laufenden Krise. Als Rätsels Lösung stellt sich dann der liegengelassene Kommunikator heraus, weswegen es niemandem gelang, ihr Verschwinden vorher auszutüfteln. Der sendet sogar noch Biosignale. Das mag man jetzt konstruiert finden oder auch nicht, aber selbst zu TNG-Zeiten war der Kommunikator-Trick öfter mal angewendet worden. Insofern kann man hier noch mitgehen.

Das man die Manipulation der Discovery aber genau dann herausfindet, als es zu spät ist und Tarka zuschlägt, ist wieder eine jener Drehbuch-Konstruktionen, bei denen auch der Turbolift immer genau zum Gesprächsende anhält. Wie sollte es auch anders sein? Grundsätzlich wäre das ja noch in Ordnung – wie gesagt, andere Serien haben es auch vorgemacht und es ist bis heute ein beliebtes Stilmittel. In dieser Folge ist mir die Häufigkeit, gepaart mit den anderen Sachen, zu denen wir gleich kommen, aber deutlich zuviel. Es sieht fast so aus, als hätte man auf Gedeih und Verderb noch ein actionreiches Finale aus dem Hut zaubern müssen…

Was ebenso rein gar nicht geht, ist das Verhalten von Ndoye. Dafür, dass sie in der letzten Folge noch groß getönt hat, der Diplomatie eine Chance zu geben, ist sie diesmal nur allzu schnell dazu bereit, das Schiff zu verraten. Dabei fragt man sich schon, was sich geändert hat? Klar, die Dringlichkeit ist verständlich, aber zum Zeitpunkt ihrer Manipulation stehen noch 10 Stunden auf dem Tacho. Man hat erste Fortschritte gemacht und ja, sie weiß an der Stelle nicht, dass die 10-C kurz davor stehen, die DMA abzuschalten. Wie gesagt, es stehen noch 10 Stunden auf dem Countdown und sie hat eigentlich noch gesagt, dass sie Vertrauen hat und das Kommunikationsteam die Dringlichkeit der Lage bewusst ist. Mag eine Lüge gewesen sein, würde dann aber der letzten Folge widersprechen.

Davon aber abgesehen fragt sie am Ende gar nicht mehr nach, als Book nicht reagiert bzw. Tarka nur einfach eine Textbotschaft schreibt. Das gesunde Misstrauen und dass es ihr eigentlich so schwer fiel, wird hier zugunsten des Drehbuchs wieder mal weggefegt. Viel schwerwiegender ist aber, wie es Ndoye gelingt, eine derartige Manipulation der Schiffssysteme auszulösen. Gibt es wirklich absolut keine Sicherheitsvorschriften mehr im 32. Jahrhundert? Das geht ja selbst im 24. nicht so einfach. Und wenn solche eklatanten Fehler selbst meinen Mitzuschauern auffallen, die normalerweise nicht auf sowas achten und sich einfach nur berieseln lassen, dann ist was faul im Staate “Discovery”.

Die Mär vom einsamen Rächer

Und dann sind die noch die Szenen um Book und Tarka, die dieses al halt leider absolut nicht überzeugend sind. Zwar hat sich Tarka in den Augen von Book (und vermutlich auch dem ein oder anderen Zuschauer) durch seine Lebensgeschichte teilweise rehabilitiert. Dass er aber trotzdem mit Vorsicht zu genießen ist, sollte selbst Book klar sein. Und wie er es geschafft hat, Reno im Alleingang zu entführen, war ja bereits letzte Woche Thema.

Da ist es schon bezeichnend, dass Reno Tarka ganz schnell durchschaut. Okay, sie sieht seine Berechnungen und ist am Ende nicht ganz so dumm. Und sie hat einen Ersatz-Kommunikator dabei. Irgendwie war aber natürlich klar, dass sie zu Book durchdringen muss. Das obligatorische Charaktergespräch mitten in der Krise ist ja an der Stelle noch okay, immerhin steht noch etwas Zeit auf dem Ticker und im Moment muss man eh noch warten.

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“Aldder, du hast kei Chance gegen meine Intelligenz” – Der Disput zwischen Tarka und book gehört mit zum Schwächsten der Episode, vor allem, da er nur vorher Geschehenes wiederholt, als hätte keiner was gelernt. (Bild: Discovery 4×12, Paramount+)

Grob fahrlässig ist es dann aber, wenn es zur Konfrontation der beiden Männer kommt und Tarka erneut die Systeme des Schiffes manipuliert hat und von einem Kraftfeld geschützt ist. Spätestens nach dem letzten Mal hätte ich an Books Stelle hier Vorkehrungen getroffen, dass eben dies nicht mehr passiert. Aber Tarka ist hier wohl so schlau, dass er das alles vorhergesehen hat. Eigentlich dürfte in der nächsten Folge keiner mehr in der Lage sein, ihn aufzuhalten (aber Burnham wird es vermutlich irgendwie gelingen).

Zugute halten muss ich ihm an der Stelle, dass ich ihm die Entschuldigung an Book, er wäre einer seiner einzigen Freunde gewesen, ob der letzten Entwicklungen durchaus abnehme. Warum aber greift Reno nicht mal ein, als er das Kraftfeld deaktiviert um Book hineinzuziehen? Kann mir keiner sagen, dass sie ihm dann nicht eins über den Schädel hätte ziehen können. Oder es zumindest versuchen und Book damit nochmal Zeit hätte verschaffen können. Aber okay, bei der Future-Tech wäre das Kraftfeld vermutlich partiell wieder aufgeflammt. So dient die Szene am Ende nur dazu, dass die beiden eben doch die Discovery rufen und auf den aktuellen Stand bringen können.

10-C sauer, Burnham sauer, Book sauer – alle sauer? Bleibt zu hoffen, dass das Finale an der Stelle nicht zu sehr versauert…

Rezension: Discovery 4×12 – “Species Ten-C” / “Spezies 10-C”

In der vorletzten Episode der vierten Staffel trifft die Discovery endlich mit Spezies 10-C zusammen. Ob die Kommunikation mit den Erschaffern der DMA gelingt, lest ihr in unserer ausführlichen Rezension. Achtung: Spoiler!

Rezension: Discovery 4x12 - "Species Ten-C" / "Spezies 10-C" 6

“Species Ten-C” wurde von Kyle Jarrow geschrieben, der auch schon für das Drehbuch zu “The Examples” verantwortlich zeichnete. Jarrow gehört ebenfalls zum Produzentenstab der Serie und war früher u.a. für “Lost Generation” als Autor und Produzent tätig.

Während ich “The Examples” nur durchschnittlich fand, hat mich “Species Ten-C” dieses Mal insgesamt positiv überrascht. Jarrow gelingt es, eine in weiten Teilen stringente und spannende Geschichte zu erzählen, welche einerseits die Handlung um die Spezies 10-C endlich entscheidend voranbringt, andererseits aber auch – ganz “Discovery”-untypisch – die volle Bandbreite der Charaktere zu nutzen weiß.

Folge 12 folgt dem Duktus von “Star Trek”-Meilensteinen wie “Darmok”, “Evolution” oder “The Ensigns of Command” (alle aus “The Next Generation”) und stellt das Thema “Kommunikation” ins Zentrum der Handlung. Das Resultat dieses Ansatzes kann sich sehen lassen, denn die zahlreichen ‘trekkigen’ Momente prägen den Gesamteindruck der Episode deutlich stärker als die diversen Plot Holes, die auch in “Species Ten-C” leider wieder zahlreich vorhanden sind.

Komplexe Sprache

Der Themenkomplex “Sprache und Kommunikation“ stand schon des Öfteren im Mittelpunkt diverser “Star Trek”-Episoden und in der Regel kamen auch stets gute Folgen dabei raus. Doch wenn man ehrlich ist, dann wurde die Problematik der Sprachbarriere auch sehr oft und auf sehr einfache Weise umgangen – Stichwort: Universalübersetzer. Selbst “Enterprise” nahm recht früh davon Abstand, Sprachbarrieren in konsequenter Weise zu problematisieren. Wer sich jedoch schon einmal etwas ausführlicher mit dem Thema Kommunikation beschäftigt hat, (hier sei u.a. das sogenannte “Vier-Ohren-Modell” von Friedemann Schulz von Thun empfohlen) der weiß, wie delikat Kommunikationspsychologie wirklich ist. Und genau das fängt “Species Ten-C” auch sehr gut ein.

Rezension: Discovery 4x12 - "Species Ten-C" / "Spezies 10-C" 7
 Tolles Science-Fiction-Konzept: Die supramolekulare Sprache der Spezies 10-C (Bild: © Paramount+).

In der letzten Woche hatte ich “Rosetta” noch für die “Gefühlsduselei” kritisiert, muss mich an dieser Stelle aber zumindest teilweise revidieren. Dass die Serie das Thema Emotionen überstrapaziert, steht für mich weiterhin außer Frage. Das ist auch der Grund, weshalb ‘echte’ Emotionen dann leider oftmals nicht so funktionieren, wie von den Autoren ursprünglich intendiert. Dementsprechend hatte mich die “Gefühlssprache” der 10-C in “Rosetta” auch nicht wirklich abgeholt.

Wenn man “Rosetta” und “Species Ten-C” allerdings als ‘Doppelepisode’ betrachtet, dann entsteht nun ein völlig anderes Bild. Die Idee mit der 10-C-Sprache, die auf komplexen Kohlenwasserstoffverbindungen basiert, bekommt in Folge 12 noch mehr Aufmerksamkeit und auch den nötigen (pseudo-)wissenschaftlichen Anstrich. An dieser Stelle fühlt man sich an gute, alte “The Next Generation”- oder “Voyager”-Zeiten erinnert. Das vermeintliche “emotionale Gedöns” ergibt auf diese Weise tatsächlich Sinn – und hat mir dementsprechend nun auch schon deutlich besser gefallen.

Nichtsdestotrotz hätte man die in Staffel 4 gezeigte Suche nach den 10-C vielleicht auch etwas spannender gestalten können. So gut mir das Tempo, die Ereignisdichte und vor allem der Science Talk in “Species Ten-C” auch gefallen hat, so gut hätte ich es wiederum gefunden, wenn die vielen, kleinen 10-C-Puzzleteile etwas ausgewogener über die gesamte Staffel verteilt worden wären. Die erfolgreiche Analyse der 10-C-Sprache ging mir hier dann doch etwas zu schnell vonstatten.

Spezies 10-C

Die visuelle Umsetzung sowohl des Hyperfeldes als auch der 10-C selbst hat mir indes richtig gut gefallen. Zwar bekommen wir diese mächtige Spezies nun endlich zu Gesicht, letztendlich wird von dieser aber auch nur so viel gezeigt, um deren Andersartigkeit und deren technische Überlegenheit nachempfinden zu können. Der Großteil dieses Mysteriums hat jedoch weiterhin Bestand. Auch an dieser Stelle gebührt den Machern der Serie ein großes Lob. Ich denke, das war hier auch die absolut richtige Entscheidung. Allerdings frage ich mich bei derart gewaltigen Kreaturen immer, wie solche eigentlich Raumschiffe und andere Hightech-Geräte entwickeln und anwenden können.

Mal sehen, wie viel von Spezies 10-C im Staffelfinale noch offenbart werden wird.

Rezension: Discovery 4x12 - "Species Ten-C" / "Spezies 10-C" 8
Hiro Kanagawa als Dr. Hirai (Bild: © Paramount+).

Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die “Burnham-only-Show” dieses Mal (weitestgehend) ausgefallen ist. “Star Trek” funktioniert als Ensemble-Show einfach besser – selbst im Falle von “Picard”. Das Meeting im Shuttlehangar inklusive Science Talk hat wirklich viel Spaß gemacht, vor allem da auch Dr. Hirai (Hiro Kanagawa) hier endlich an Profil hinzugewinnen konnte. Die A-Story rund um die Dechiffrierung der 10-C-Sprache überzeugt auf breiter Linie und zeigt auf, wie förderlich gutes Storytelling und echte Figurenvielfalt für die Serie sein können.

Vorhersehbarer Verrat

Weniger überzeugend kommt hingegen der B-Plot daher. Dass Tarka (Shawn Doyle) nicht mit offenen Karten spielt, war nach meinem Dafürhalten absolut vorhersehbar. Es macht aus erzählerischer Sicht einfach keinen Sinn, eine derart zwiespältige Figur wie Tarka schon vier Episoden vor Staffelende zu entzaubern. Da musste also zwangsläufig noch etwas kommen, so wie ich es auch prognostiziert hatte. Mir ist das dann aber leider doch etwas zu redundant. Schon wieder eine Bombe?

Sehr bedauerlich ist zudem, wie leichtfertig die Autoren die beliebte Figur des Cleveland Booker (David Ajala) von Folge zu Folge kaputt schreiben. Der macht hier nämlich abermals eine ganz, ganz schlechte Figur. Man kann das schon nicht mehr Empathie oder Naivität nennen, sondern muss es als das benennen, was es ist: pure Dummheit. Denn “Species Ten-C” spiegelt hier fast eins-zu-eins die Ereignisse aus “Rubicon” wider. Booker lässt sich schon wieder (!) auf seinem eigenen Schiff von Tarka überwältigen, ohne zwischenzeitlich einen Back-up-Code in der Tasche zu haben, um im Notfall Tarkas Kommandocodes überschreiben zu können. Das wäre aber doch nach “Rubicon” das logische Vorgehen gewesen, oder etwa nicht? Dass die Ereignisse in “The Galactic Barrier” dazu geführt haben sollen, dass Booker sämtlich Vorbehalte gegenüber Tarka beiseitegelegt hat, leuchtet mir jedenfalls nicht ein – schon gar nicht, da Booker über Tarkas wahre Priorität im Bilde ist.

Der Subplot mit General Ndoye (Phumzile Sitole) und der Entführung von Commander Reno (Tig Notaro) kann leider auch nicht so richtig überzeugen. Ndoyes Verhalten kann man sicherlich mit deren Angst und Ungeduld erklären, wirkt aber trotzdem irgendwie konstruiert. Der obligatorische Saboteur eben. Dass aber weder Zora noch der Discovery-Crew aufgefallen sein soll, dass Reno inmitten einer essentiellen Erstkontaktsituation nicht auf ihrem Posten ist, ist schlichtweg unglaubwürdig. Insbesondere die Auflösung dieser Situation ist dann leider wieder enorm klischeehaft umgesetzt worden: Man registriert Renos Fehlen just in dem Moment, als Tarka sein Vorhaben beginnt. Und wie schnell Culber (Wilson Cruz) dann Renos verstecktes Combadge findet und Adira (Blu del Barrio) das von Tarka heimlich installierte Störgerät…  

Naja, alles kein Beinbruch, aber schon etwas ärgerlich, weil man diese kleinen, aber feinen Logiklöcher einfach nicht rausbekommt aus den Drehbüchern. Gleiches gilt auch für die Szenen, in denen Burnham wieder einmal die entscheidende Stichwortgeberin ist. Muss das wirklich in jeder Folge sein? Es ist einfach so dermaßen auffällig und aufdringlich!

Die Schrei-Szene in Burnhams Quartier ist mir auch etwas zu infantil. Aber vielleicht fehlt mir an dieser Stelle auch einfach nur der entsprechende Humor.

Neue Figurenkonstellationen

Selbst die eher dürftige B-Story hat aber durchaus positive Aspekte vorzuweisen. In der Vergangenheit hatte ich mich mehrmals darüber beklagt, dass man für Reno immer dieselben – oftmals wenig bedeutsamen – Comic Relief-Szenen schreibt. In “Species Ten-C” hat man diese Figur aber nun endlich mal sinnvoll in die Geschichte eingebunden. Das Interagieren mit Booker, der hier auch interessante Details zu seiner Biografie preisgibt, hat die B-Story dann doch noch etwas hochgezogen.

Rezension: Discovery 4x12 - "Species Ten-C" / "Spezies 10-C" 9
Booker (David Ajala) und Jett Reno (Tig Notaro) in “Species Ten-C” (Bild: © Paramount+).

“Discovery” ist jedenfalls immer dann gut, wenn die ewiggleichen Figurenkonstellationen (Burnham/Saru, Burnham/Book, Stamets/Culber usw.) aufgebrochen und durch neue Konstellationen ergänzt oder sogar ersetzt werden. Gerade darin lag eine der Stärken der alten Serien (abgesehen vielleicht von TOS), nämlich dass man nicht immer dieselben Figuren miteinander hat agieren lassen. In diesem Bereich hat “Discovery” noch enormes Steigerungspotential. “Species Ten-C” war diesbezüglich aber schon ein guter Anfang.

Ein Meister seines Faches

Schon in der ersten Szene merkt man, wer für diese Folge im Regiestuhl Platz nahm: Olatunde Osunsanmi. Osunsanmi kann es einfach! Selbst wenn vielleicht nicht jeder einzelne visuelle Effekt hundertprozentig perfekt sein mag, so ist “Species Ten-C” doch ohne Zweifel ein echtes Eye Candy. Einstellungen, Kamerafahrten, Schnitte – das alles wirkt enorm cineastisch, sehr stimmig, modern und auch situativ stets passend. Osunsanmi wäre in meinen Augen auch eine richtig gute Wahl für einen “Star Trek”-Kinofilm.

Fazit

Die Grundlage für ein spannendes Staffelfinale ist gelegt. “Species Ten-C” rückt nicht nur “Rosetta” nachträglich in ein etwas besseres Licht, sondern überzeugt selbst mit einer gut erzählten sowie hervorragend visuell inszenierten A-Story, die ganz viel “Star Trek”-Geist atmet. Endlich gelingt es “Discovery” mal wieder, die Bandbreite der Figuren zu nutzen und die Zuschauer darüber hinaus auch mal wieder auf der intellektuellen Ebene zu fordern. Das ein oder andere Logikloch im B-Plot ist somit verschmerzbar. Perfektion darf man von dieser Serie einfach nicht erwarten. Der Grundton der Episode stimmt aber.

Im direkten Duell mit “Picard” landet “Discovery” dieses Mal einen Punktsieg und liefert die etwas bessere Folge ab. Mal sehen, wie die dritte und finale Runde am nächsten Freitag ausgehen wird.

Rezension: Picard 2×02 – “Buße”

Auch die zweite Folge der neuen “Picard”-Staffel punktet wieder. Wie genau, das sehen wir uns in der Spoiler-Review an.

Fast schon etwas schade ist es, dass das Finale von “Discovery” irgendwie im Fahrwasser der neuen “Picard”-Staffel untergeht. Während diese über alle Maßen gelobt wird, hört man von “Discovery” eher nichts mehr. Zumindest fühlt es sich so an.

Doch auch wenn die vierte “Discovery”-Staffel ihre Macken hat, so hat sie durchaus auch ihre Stärken. Doch genug von der Schwesterserie, immerhin soll es hier um “Picard” gehen. Und da hat auch die zweite Folge wieder durchaus die erwähnten Stärken.

Q is back

Das geht sofort mit Q los, der den Einstieg in die Folge dominiert. Okay, es folgt das obligatorische Namedropping (aka. Fanservice), wenn Q die Schädel diverser hochrangiger Persönlichkeiten abklappert: Dukat, Martok und Sarek. Es ist an dieser Stelle aber auch eine schöne Verbeugung vor dem Trek-Kanon.

Überhaupt gefällt das Gezeter zwischen Picard und Q, denn es weckt nicht nur an mehreren Stellen Erinnerungen an alte TNG-Zeiten. Dass Q Picard letztlich ohrfeigt – inklusive blutiger Nase – fand ich allerdings etwas zu viel des Guten. Andererseits wird damit angedeutet, dass auch bei Q irgendwas nicht zu stimmen scheint. Ob er vielleicht auch im Sterben liegt?

Zumindest wird Picards Androidenkörper nochmal angesprochen und wir sehen erneut die “Star Trek”-Version eines planetaren Schildes. Das war schon in der letzten Staffel der Fall.

Rezension: Picard 2x02 - "Buße" 10
Q und JL in “Picard” 2×02 (Bild: Paramount+)

Doch Picard ist natürlich nicht allein in dieser veränderten Realität. Seven, Rios, Jurati, Raffi und Elnor sind mit dabei (wo ist eigentlich Soji abgeblieben?). Und ja, an dieser Stelle könnte man sich durchaus fragen, warum gerade Picard der oberste Vollstrecker ist. Oder warum Q gerade diese Gefährten mit in die neue Realität holt, statt etwa andere aus TNG-Tagen? Die Antwort ist natürlich, weil es der Cast der Serie ist. Aber genauso gut könnte man sich bei den anderen Trek-Serien fragen, warum diese Crews immer die interessanten Handlungen bekommen.

Der Einstieg ist jedenfalls gelungen, auch wenn manche Sachen ob des Trailers etwas überflüssig wirken. So wurde Sevens Gesicht die ersten Sekunden so gefilmt, dass man ihre Gesichtshälfte mit den Implantaten nicht sehen kann. Das wurde aber schon in den Trailern verraten und führt das Ganze etwas ad absurdum.

Wohin die Reise indes geht, ist an der Stelle natürlich noch nicht vorherzusagen.

Lass den Bösewicht raus

Wie schon bei den “Discovery”-Folgen zum Spiegeluniversum so ist es auch hier durchaus mal interessant, die altbekannten Recken in neuen Rollen zu sehen, bei denen sie so richtig „die Sau“ rauslassen können. Okay, Letzteres machen die Helden natürlich nicht, obwohl es sicher interessant gewesen wäre, eine Situation zu zeigen, in der sie, um zu überleben, nicht anders handeln können als ihre bösen Alter Egos.

In solchen Konstellationen kann man natürlich auch nur wenig auf Charakterentwicklung setzen. Trotzdem ist es eine Freude, unseren Helden in der veränderten Realität zuzusehen. Seven ist die Präsidentin (und verheiratet), Raffi anscheinend wie Picard Offizierin, Elnor gehört einer unterdrückten Minderheit an und Jurati… nun, sie ist die verschrobene Wissenschaftlerin inklusive programmierter Katze Spot (wuhu!). Die darf übrigens gern öfter auftauchen.

Als Comic Relief hat sich Jurati bereits letzte Folge gut gemacht und auch in dieser Folge sticht sie damit hervor und sorgt für die Auflockerungen, wenn sie etwa lustig um Seven herum redet. Das passt besser zum Charakter als die gesamte erste Staffel. Überhaupt ist auch hier wieder auffällig, dass der der Serie verpasste „Neustart“ nicht nur dringend nötig war, sondern dem Ensemble auch gut tut.

Rezension: Picard 2x02 - "Buße" 11
Ein kleiner Eindruck der veränderten Realität aus “Picard” 2×02. (Bild: Paramount+)

Rios spielt zwar in dieser Folge eher eine Nebenrolle, aber im Grunde darf jeder Charakter hier einmal glänzen. Raffi beschützt Elnor, wie sie es in der ersten Folge versprochen hatte. Und auch Picard will natürlich er selbst sein, obwohl schon Q so richtig sagt: “Das schaffen Sie ja eh nicht!”

Die neue Realität erinnert dabei sicher nicht von ungefähr an das böse Spiegeluniversum. Doch eigentlich befinden wir uns in einer alternativen Zeitlinie, wie uns durch eine alte Bekannte offenbar gemacht wird.

Borg-Königin im neuen, alten Gewand

Denn in dieser Realität sind die Borg besiegt und die (letzte?) Borg-Königin soll ausgelöscht werden. Das ist eine traditionelle Queen und nicht die aus der letzten Folge, wie Seven klarstellt. Diesmal wird sie von Annie Wersching gespielt (und jepp, mir ist auch der tiefere Ausschnitt aufgefallen, da bin ich ganz bei meinem Kollegen).

Die macht ihre Sache eigentlich ganz gut und auch das neue Make-Up fügt sich gut ein. Bedrohlicher waren die alten Versionen aber irgendwie schon. Jedenfalls stellt sich schnell heraus, dass man mit ihr zusammenarbeiten muss, um weiter zu kommen, was eine neue Konstellation darstellt. Es wird immerhin auch kurz angesprochen, dass man die alte Realität, in der die Borg den Delta-Quadranten erobert haben, wiederherstellen will. Hoffentlich wird das Thema in künftigen Folgen noch ausgebaut, denn hier sehe ich ein moralisches Dilemma am Horizont. Und eigentlich wäre die Königin nicht die Königin, wenn sie nicht eigene Pläne in der Hinterhand hätte.

Es bleibt also spannend an dieser Stelle und der Folge gelingt es, das Mysterium der letzten Folge hochzuhalten. Ob die Borg deswegen Frieden wollen, weil Picard ihnen hier, respektive in der Vergangenheit hilft? Wir werden es sehen.

Rezension: Picard 2x02 - "Buße" 12
Vor den Massen wird hingerichtet, Ausdruck eines totalitären Regimes aus “Picard” 2×02. (Bild: Paramount+)

Schön auch, dass der Schleudereffekt erwähnt wird und man wie weiland in “Star Trek IV” durch die Zeit reisen will. Eben dafür braucht man die Königin und das heißt: Man muss irgendwie fliehen. Bei der Exekutionszeremonie sieht man daher auch die jubelnden Massen, die man aber nicht lange hinhalten kann.

Ganz so dumm wie in anderen Serien sind die Sicherheitskräfte hier aber noch nicht, denn man kann der Truppe hinterherbeamen. Und auch wenn man schon weiß, dass die Reise in die Vergangenheit führt und unsere Helden da irgendwie rauskommen, darf man auf das Wie gespannt sein.

Rezension: “Spider-Woman 3: Auf Messers Schneide”

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Wir sehen uns den neuen Spider-Woman-Band in der Schnapszahl-Rezension an. Dies ist nämlich Rezension 2222 unseres Kollegen Thomas Götz.

Inhalt (Klappentext)

essica Drew ist die taffe Superheldin Spider-Woman, und das hat katastrophale Auswirkungen auf ihr Leben. Nicht genug, dass zwei schwertschwingende, bankräuberische Brüder einen Restaurantbesuch von Jess und ihrem Freund Roger unterbrechen. Darüber hinaus nehmen auch noch skrupellose Söldner wie Lady Bullseye Spider-Woman ins Visier. Und wieder einmal geht es um Jessicas Familie.

Kritik

Mit „Spider-Woman Band Drei“ geht die Saga um Jessica Drew weiter. Zeichnungstechnisch kann man nicht meckern, hier befindet man sich auf gutem Superheldenniveau. Die Panels wirken farbenfroh, selbst in dunklen Umgebungen, von den Actionszenen ist immer alles detailliert zu erkennen und auch die Charaktere wirken plastisch genug, um Emotionen widerzuspiegeln.

Rezension: "Spider-Woman 3: Auf Messers Schneide" 13

Bei der Handlung setzt man zunächst bei Jessicas Familienproblemen an, denn sie versucht, wie schon zuvor, Superheldendasein und Familienleben unter einen Hut zu bringen. Das ist natürlich nicht leicht, wenn man sie immer braucht und sie mitten in wichtigen Gesprächen weggerufen wird.

Folgerichtig geht auch ihre Beziehung in die Brüche.

In dieser ersten Hälfte der Geschichte ist das persönliche Drama von Jess interessanter als die Bösewichte rund um eine alte Schwertgang, die natürlich auch etwas mit Magie hantieren. Das die Actionszenen hier nur Beiwerk sind und die eigentliche Handlung auf Charakterebene stattfindet, ist an der Stelle ein großes Plus.

Im weiteren Verlauf geht die Story um Jessicas Bruder, der aus der Heilformel des letzten Bandes Profit schlagen will. Hier gibt es zwar ein paar Actionsequenzen mehr, aber man hat auch hier darauf geachtet, dass die Charaktere im Mittelpunkt stehen. Auf der einen Seite ist ihr Bruder skrupellos und will sogar für den Profit die eigene Tochter opfern. Auf der anderen Seite liebt er sie (und seine Freundin, die auch nicht ganz unschuldig ist) wirklich, und so kommt hier ein wirklich gut umgesetztes Dilemma zum Tragen.

Falsch ist die Handlungsweise natürlich alle mal und so tun sich Rebecca und Jess am Ende zusammen, wobei sich auch ihre Neffin als schlagkräftige Ergänzung herausstellt. Generell kann man sagen, das man von diesem Team auch künftig gerne mehr zeigen darf.

Doch das ist noch nicht alles, denn auch der Humor kommt hier nicht zu kurz. Generell scheint es ja bei Spider-Helden so üblich zu sein, das sie bei jedem Schlag einen witzigen Spruch auf den Lippen haben. Auch Jessica steht ihren Comicpendants hier in nichts nach. Im Gegensatz zu Spider-Man, wo es manchmal schon aufgesetzt wirkt, fügen sich Jessicas Flapsereien etwas natürlich in das große Ganze ein. Dabei wird der Humor hier auch eher dezent eingesetzt, aber er ist dennoch passend und ergibt sich teils sogar aus der Situation. Etwa wenn Jess nochmal umdreht, weil sie ihr Essen vergessen hat (!) oder wenn sie mit einem lahmen Boot die Verfolgung des deutlich schnelleren des Gegners aufnehmen muss.

Rezension: “The Mandalorian Staffel 2 (Jugendroman)”

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Auch zu Staffel Zwei des Mandos ist ein Buch erschienen, das wir uns hier anschauen.

Inhalt (Klappentext)

Der Mandalorianer soll das Kind zu anderen seiner Art bringen. So geht die Reise der beiden weiter – durch eine Galaxis, die nach dem Zusammenbruch des Galaktischen Imperiums turbulente Zeiten erlebt. Alte Feinde, neue Verbündete und unzählige Gefahren – dieser actiongeladene Jugendroman von Joe Schreiber fängt die spektakuläre zweite Staffel der erfolgreichen Star Wars-Streamingserie meisterhaft ein!

Kritik

Rezension: "The Mandalorian Staffel 2 (Jugendroman)" 14

Nachdem es ja bereits zu Season 1 von “The Mandalorian” ein Buch gab, gibt es nun auch einen Jugendroman zu Season 2. Wieder einmal wird der Beliebtheitsgrad der Figur bis zum Erbrechen gemolken, wie es nunmal auch bei den Filmen mit ihren ganzen Romane, Jugendromanen, Comics, Jugendcomics, Hörspielen, Kinderbüchern und was auch immer da noch so rumfleucht der Fall ist.

Und nun eben auch, mit einem Jahr Verspätung, zu besagter Mando-Staffel. Dabei ist man den Weg gegangen, den man auch schon bei Band Eins, oder generell den Jugendbüchern, geht und hat die Episoden in ihrer Erscheinungsreihenfolge nacherzählt. Dabei hat man es eins zu eins bei Nacherzählungen belassen und gibt auch nur wenig tiefere Einblicke in die Charaktere selbst. Wer also an dieser Front mehr Erleuchtung gesucht hat (was vor allem bei “Buch von Boba Fett” wichtig wäre, aber dazu schreiben wir dann, wenn auch dazu ein Buch erscheinen sollte) wird hier eher nicht fündig.

Jede Episode hat dabei etwa 30 Seiten spendiert bekommen, in denen die Handlung nochmal runtererzählt wird. Auch das war im ersten Band so schon vorhanden. Wie für ein Jugendbuch üblich pendelt man sich damit auf etwa 200 Seiten Gesamtlänge ein. Neue Szenen gibt es allerdings auch nicht spendiert, auch an dieser Front gibt es keine neuen Einblicke.

Und auch sonst ist, Jugendbuch-typisch, wieder einiges etwas kompakter erzählt worden. Einige wichtigere Szenen etwa werden in kurzen Sätzen abgehandelt oder sind gleich ganz rausgeflogen (etwa Ahsokas Frage nach Thrawn bei der Magistratin). Auch wenn man hier sagen muss, das dies vermutlich nur Hardcore-Fans auffallen dürfte, ist es trotzdem ärgerlich. Und auch Lukes Auftritt am Ende ist eher kurz.

Wie erwähnt gibt es ansonsten kaum Ecken und Kanten und es ist eine recht geradlinige Nacherzählung. Ob man sowas heutzutage noch braucht, ist eine andere Frage.