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Trek BBS _ Voyager _ Vorbild Janeway?

Geschrieben von: Schukow 6. Feb 2004, 13:27

Dieser Thread beruht auf geistiger Vorbereitung für ein anderes Forum, der dort zwar nicht gelöscht, aber auch nicht beantwortet wurde. Der Titel dieses Threads lautete „Janeway Captain der neuen Generation“.
Als Reaktionen dasrauf kamen nur Kommentare der Marke, ich hätte etwas gegen weibliche Führungspersonen und die besondere Lage der Frau. Ich hoffe, hier kommen intelligentere Kommentare.
Hier meine Kritikpunkte an dem Captain: Zu gewalttätig, Wenn der Frau die Durxchreise verweigert wird, und ein netter Grenzbeamter sagt: „Wenn sie weiterfliegen schießen wir!“ Dann fliegt Janeway weiter und es kommt zu Gefecht. Janeway fängt einen Krieg an. Sie wird ja nicht ohne Vorwarnung angegriffen, sie weißm, das sie in fremdes Gebiet fliegt. (z.B. Der Schwarm, Ein Jahr Hölle). Man kann es sicher Verstehen, wenn irgendwelche Aliens ein unbekanntes, schwerbewaffnetes Schiff nicht in ihrem Gebiet haben wollen, das hat nicht mal was mit Xenophobie zu tun. Wenn ich mnit aufmontierten MG ins Ausland fahre, und an der Grenze angehalten werde, weil ich halt ein MG an meinem, Auto montiert habe, dann werde ich auch nicht so einfach weitergewunken, sondern sicher kontrolliert und wenn es mir nicht passt und die Grenzbeamten erschieße, dann mache ich mich strafbar. Sorry, das war ein Hinkender Vergleich.
Zweiter Kritikpunkt Zeitreisen: Nur weil ein paar drittklassiger Schlafanzugträger draufgehen, wird die Zeitlinie verändert (Eisplanet, Endspiel). Chako oder Janeway hatten eine Art schuld des Überlebens, wieso ich und nicht wer auch immer, aber das ist eigentlich ein Fall für den Counselor, und kein Grund, der Frau das Leben von viel mehr Menschen anzuvertrauen und sie zum Admiral zu befördern. Andere Captains haben viel höhere Verluste und haben auch kein Problem damit, da heißt es nur Pech Berufsrisiko. Bei ST sterben dauernd Leute, nicht nur Dank des Dominionkrieges, Kirks Redshirts sind Anlass für viele Witze, und auch Picard hat den einen oder anderen Untergebenen verloren. Abgesehen davon, das sie modernste Waffen in die Vergangenheit bringt.

Wenn ich Timeline (M. Crichton) richtig verstanden habe, wird durch die Zeitreise ein neues Universum/Zeitlinie geschaffen, in der die Veränderung wirkt, während das eigentliche Universum/Zeitlinie bleibt. Anders ausgedrückt, die Schlafanzugträger bleiben eigentlich tot, aber da Janeway oder Chako in einem parallelen Universum/Zeitlinie leben sind sie zumindest für sie noch lebendig. Im Kern handelt die Frau aus egoistischen Motiven, nichts mit weiterentwickelter Mensch und so.

Wie gesagt, ich würde gerne wissen, wie man solches Verhalten moralisch rechtfertigen kann.

Das soll nicht heißen, das Janeway keine guten Eigenschaften hat.

Geschrieben von: Matt 6. Feb 2004, 13:49

Zum letzten Punkt kann ich nur sagen: Ein Buch von Crichton sollte man nicht als Maßstab für das Star-Trek-Universum nehmen.
Es wird zwar nie wirklich geklärt, wie Zeitreisen genau funktioniert und welche Auswirkungen das auf parallele Universen bzw. die Zeitlinie an sich hat, aber es ist nicht gesagt, daß im Paradigma des Star-Trek-Zeitreisens eine Zeitreise unbedingt Paralleluniversen involvieren muß. Sicherlich kann, aber nicht muß. Und dann sieht die Sache schon wieder anders aus.

Zu den anderen Kritikpunkten muß man nicht viel sagen, da sie - wenn sie auch ziemlich überspitzt vorgetragen sind - eigentlich nur das sagen, was oft an Janeway kritisiert wird. Eben z.B. die sture und damit ironischerweise gewaltauslösende Haltung. Ironisch deshalb, weil gewisse Fans der Serie (Namen nenne ich keine) Voyager immer als Sinnbild der Friedfertigkeit und waffengewaltfreien Konfliktlösung preisen.

Geschrieben von: Schukow 9. Feb 2004, 12:15

Ich würde nur gerne wissen, wie man so etwas rechtfertigen kann. Episoden wie Kontrapunkt kann man rechtfertigen mit der Rettung Unschuldiger.

Geschrieben von: Brühn 11. Feb 2004, 22:40

Periodenbeschwerden?
Nein, ich bin ja schon still. ph34r.gif

Insgesamt scheint es bei Trek in die Richtung:
"So lange du etwas nur irgendwie (egal wie abstrus) rechtfertigen kannst, kannst du umbringen wen du willst."
zu gehen.
Natürlich ist das nur meine subjektive Meinung, aber es gibt einige Indizien:
DS9:Für die Uniform (da war doch aber Eddington auf dem Planeten, Admiral! Gut Sisko, sie sind befördert)
VOY:Temporale Paradoxie (wie erwähnt) oder Endgame (sind doch eh nur Borg)
ENT:Anomaly (Sie sind eh schon tot. Wir machen sie nur ein Stück toter.)

Ausgewählte Beispiele, bei denen sich mir regelmäßig die Fußnägel hochrollen.
Auffallend das unser Iowa Ranger nicht dabei ist. wink.gif
Watch TOS

MfG
Brühn

Geschrieben von: Aguaviva 13. Feb 2004, 03:17

[QUOTE]Hier meine Kritikpunkte an dem Captain: Zu gewalttätig, Wenn der Frau die Durxchreise verweigert wird, und ein netter Grenzbeamter sagt: „Wenn sie weiterfliegen schießen wir!“ Dann fliegt Janeway weiter und es kommt zu Gefecht.

Für mich sieht das so aus: Ein Mann hat eine Rolle für eine Frau geschrieben. Sie ist irrational, unlogisch und spielt die Mutter der gesamten Crew. Das typische Vorurteil, das schon seit Ewigkeiten herscht.

Wenn jemand hier Frauenfeindlich eingestellt ist, dann der Autor der Serie.

Geschrieben von: Rusch 13. Feb 2004, 09:23

^ Da ist sicherlich was dran. Die Figur von Janeway ist in der Tat sehr Klischeehaft. Allerdings: Wie will man einen weiblichen Captain überzeugend darstellen? Das ist ein Saal gefüllt mit Fettnäpfchen. Macht man sie streng und männlich sagen alle, "Warum haben sie nicht gleich einen Mann genommen." Macht man sie einfühlsam, sagen alle "Puhääh, wir wollen Action und keine Soap sehen." etc. Ehrlich gesagt: Ich wüsste auch nicht, wie ich einen weiblichen Captain in Szene setzten würde.

Allerdings: Was Zeitreisen betrifft, so haben alle Captains bisher damit rumgepfuscht. Janeway ist sicherlich kein Einzelfall.

Geschrieben von: pana_sonix 13. Feb 2004, 10:33

QUOTE (rusch)
Macht man sie einfühlsam, sagen alle "Puhääh, wir wollen Action und keine Soap sehen." etc. Ehrlich gesagt: Ich wüsste auch nicht, wie ich einen weiblichen Captain in Szene setzten würde.


wo liegt das problem? muß es so große unterschiede zu kirk, picard oder sisko geben, nur weil es sich um ein weibchen handelt? nein. ein weibchen an der spitze (geschäftsführung, vorstand etc.) ist schon heute nichts besonderes mehr. einen weiblichen captain muß man nicht anders in szene setzen als einen männlichen.

QUOTE
Allerdings: Was Zeitreisen betrifft, so haben alle Captains bisher damit rumgepfuscht. Janeway ist sicherlich kein Einzelfall.


in der tat, mehr als genug...

Geschrieben von: Matt 13. Feb 2004, 10:41

Ein Charakter ist immer nur so gut wie es die Autoren zulassen. Zwar kann der Schauspieler noch einiges retten, aber wenn er nur unsinnige Dialoge bekommt, steht er auf verlorenem Posten.

Ich sage stets, daß Mulgrew eine gute Schauspielerin ist. Und daß die ursprüngliche Konzeption (Frau als Captain bzw. die Art, wie der Charakter Janeway angelegt war) wirklich gelungen und sehr vielversprechend war. Bloß liegt es anschließend in den Händen der Autoren, aus dieser Prämisse das Optimum herauszuholen... Und hier haben sie leider versagt. Pana_sonix hat recht, wenn er sagt, daß es nicht notwendigerweise einen großen Unterschied zwischen einem männlichen und einem weiblichen Captain geben muß. Klar ist freilich, daß Janeway sich nicht wie Kirk ständig mit irgendjemandem prügeln muß, aber es wäre z.B. absolut kein Problem gewesen, sie ähnlich wie Picard oder wie Sisko darzustellen. Die Autoren haben viel zu krampfhaft versucht, den Unterschied zwischen Mann und Frau in der Rolle des Captains herauszuarbeiten, daß letztlich ein klischeehaftes Abbild unserer Zeit daraus geworden ist, anstatt zukünftige Entwicklungen vorwegzunehmen, beispielsweise daß eine Frau in einer solchen Führungsposition etwas völlig Normales ist. Es gibt nun mal bestimmte Eigenschaften, die ein "Chef" mitbringen muß. Diese Eigenschaften sind nicht rein männlich, sondern chef-typisch. Und es ist klar, daß eine Führungsfigur wie Janeway unglaubwürdig wirkt, wenn sie diese Eigenschaften nicht zu haben scheint, bloß weil die Autoren krampfhaft ständig herausarbeiten mußten, daß es sich um eine Frau handelt. Daß Janeway eine Frau ist, wird der geneigte Zuschauer anhand ihres Äußeren schon von allein merken, da muß man nicht noch Rollenklischees bedienen, um zusätzlich darauf hinzuweisen.

Geschrieben von: pana_sonix 13. Feb 2004, 10:52

QUOTE (matt)
daß letztlich ein klischeehaftes Abbild unserer Zeit daraus geworden ist, anstatt zukünftige Entwicklungen vorwegzunehmen, beispielsweise daß eine Frau in einer solchen Führungsposition etwas völlig Normales ist.


genau so ist es. womit wir auch wieder beim problem wären, die heutigen (moral)vorstellungen auf die zukunft zu übertragen.

Geschrieben von: Schukow 13. Feb 2004, 13:52

Um mal der PahGeist Advokaten zu spielen.
Sisko bombardiert einen leeren/unbewohnten Planeten, der nur von Terroristen als Basis genutzt wird. De Terroristen hatten vorher ebenfalls einen Planeten mit WMD bombardiert und die Evakuierung gefährdet. Sisko wollte nur ein paar gemeingefärhliche Irre stoppen, wenn auch mit überzogenen Mitteln.

Geschrieben von: Brühn 14. Feb 2004, 11:19

QUOTE (Shukow @ 13. Feb 2004, 10:52)
Sisko bombardiert einen leeren/unbewohnten Planeten, der nur von Terroristen als Basis genutzt wird. De Terroristen hatten vorher ebenfalls einen Planeten mit WMD bombardiert und die Evakuierung gefährdet. Sisko wollte nur ein paar gemeingefärhliche Irre stoppen, wenn auch mit überzogenen Mitteln.

QUOTE (Brühn @ 11. Feb 2004, 22:40)
"So lange du etwas nur irgendwie (egal wie abstrus) rechtfertigen kannst, kannst du umbringen wen du willst."

Es würde sogar gegen unsere Gesetze verstoßen.
Geschweige denn die der "hochentwickelten" Menschen in der Zukunft.

Primär geht es hier aber um Janeway.

MfG
Brühn

Geschrieben von: Jesse 24. Jul 2008, 15:09

Ich würd mal sagen, als Frauen als Captain sind nicht umbedingt schlecht. aber wie das drehbuch ist, und das potenzial der schauspieler, ist dann doch erheblich davon abhängig ob die rolle gut wird oder schlecht. und ob sie gut rüberkommt und eigene ideen für ihre figur und verkörperung.

Geschrieben von: Jack Antares 24. Jul 2008, 23:58

Im Prinzip wurde schon alles gesagt. Matt hat mich überzeugt. Meine Meinung:

Ich mag Janeway. Und das sie einfach losfliegt, auch wenn Sie gewarnt wird, kann ich gut glauben. Sie hat 70 Jahre Flug vor sich, ein Raumschiff daß schneller ist als alle anderen im Sektor ist und damit hat sie einen strategischen Vorteil, selbst wenn auf sie geschoßen wird. Sicher, ein gut gesetzter Treffer, und es ist vorbei !!! Aber ihr Ziel ist es eben NICHT Planeten zu erforschen, sondern Ihre Crew NACH HAUSE ZU BRINGEN, völlig egal wie, und WER BITTE SOLL NACHSCHAUEN OB SIE SICH AN DIE ERSTE DIREKTIVE HÄLT ODER NICHT ? Und vergeßen wir nicht was für ein Stück Hardware sie da durch die Gegend fliegt. Wie war das noch mit Kirk und den Klingonen, die Enterprise ist schneller aber die Klingonen sind besser bewaffnet, gleiche Story andere Zeit. Da ging es doch meist auch nur um ACTION. Die sache mit der Entdeckung war doch bloß Zeitvertreib. Ich glaube nur TNG hat das Feeling der Entdeckung anderer Welten herübergebracht und zwar viel massiver als TOS.

Reihenfolge nach Action: ENT/DS9/VOY/TOS/TNG
Reihenfolge nach Entdeckung: TNG/VOY/TOS/DS9 und ENT auf gleicher stufe (zuviele Cliffhanger-ENT schießt da aber vollends den Vogel ab.)


Zurück zur original-Frage Wie ist es zu rechtfertigen?

Zu rechtfertigen ist es eigentlich wirklich nur durch ihren Egoismus. Punkt. Mehr is´ da wirklich nicht.

Zur Wahl der Frau als Captain, erinnere ich mich an einen Ausschnitt auf Sat 1, bei Einführung der neuen Serie, da wurde ein Schnitt aus einer Convention oder etwas ähnliches gezeigt und das verlief ungefähr so:

Stellt euch die Brücke der Voyager vor auf den Stühlen sitzen angehende Captains für das Raumschiff, es wird eine Simulation durchgeführt wie die jeweiligen Captains entscheiden würden. Ich erinnere mich nicht mehr an alle, aber zwei Dingen sind mir im Gedächtnis geblieben. Als die Docu zum Männlichen Pendant gekommen ist, hat er einfach drauflosgeschoßen, und als die Sensorstation einhackte, "Aber das Schiff ist ein Freund." Antwortet der Captain,"Dann wird er nicht zurückschießen". Und als Janeway an der Reihe war, gab sie nur einen Befehl: "Computer, aktiviere Selbstzerstörungssequenz". Scheint so als wäre die Simulation nicht nach dem Geschmack des wirklichen Capains gewesen...(grins)

Geschrieben von: Jesse 25. Jul 2008, 14:06

klar kann keiner überprüfen, ob sie nun sich an sie regeln hält, oder nicht das muss sie moralisch selbst entscheiden.

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