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Matthias
Beitrag 11. Aug 2005, 16:12
Beitrag #1


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G├Âtz Werner, der Chef der Drogeriemarktkette DM: Deutschland braucht ein B├╝rgergeld und nur noch eine Steuer

Alle Politiker sind sich einig: Das wichtigste in Deutschland ist die Bek├Ąmpfung der Arbeitslosigkeit. Die Drogeriemarktkette DM ist ein Unternehmen, bei dem seit Jahren neue Stellen geschaffen werden. Doch im Gespr├Ąch mit S├Ânke Iwersen ├╝berrascht der Gr├╝nder G├Âtz Werner mit ungewohnten Ansichten.

Herr Werner, wie wichtig ist Ihnen die Schaffung neuer Arbeitspl├Ątze?

├ťberhaupt nicht wichtig. Sonst w├Ąre ich ja ein schlechter Unternehmer. Als solcher habe ich meine Aufgaben zu erf├╝llen.

W├Ąre es nicht Ihre vornehmste Aufgabe, Arbeitspl├Ątze zu schaffen?

Ich muss wirklich sagen, dass ich dieses Gerede von der Schaffung neuer Arbeitspl├Ątze langsam nicht mehr h├Âren kann. Warum wird dem so wenig widersprochen? Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe, Arbeitspl├Ątze zu schaffen. Im Gegenteil. Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Menschen von der Arbeit zu befreien. Und das ist uns in den letzten 50 Jahren ja auch grandios gelungen.

Sie finden Arbeitslosigkeit grandios?

Moment. Noch keine Generation in Deutschland musste jemals so wenig arbeiten und hatte gleichzeitig einen solchen Lebensstandard wie wir heute. Als ich ins Gymnasium ging, hatten zwei Kinder in der Klasse einen Fernseher und bei zwei Kindern in der Klasse hatten die Eltern ein Auto. Bei meinen Kindern heute gibt es wahrscheinlich zwei Elternh├Ąuser, die keine zwei Autos haben. Und vielleicht zwei Elternh├Ąuser, die keine zwei Fernseher haben.

Aber der Wohlstand kommt doch von Arbeit, nicht von Arbeitslosigkeit. Wie schaffen wir es, dass wieder mehr Arbeitspl├Ątze entstehen?

Das ist nicht die Frage, die sich ein Unternehmer stellt. Kein Unternehmer ├╝berlegt sich morgens, wenn er in den Laden kommt: Wie kann ich heute m├Âglichst viele Menschen besch├Ąftigen? Allein die Vorstellung ist schon absurd. Die Frage lautet umgekehrt: Wie kann ich mit einem m├Âglichst geringen Aufwand an Zeit und Ressourcen m├Âglichst viel f├╝r meine Kunden erreichen? Wie kann ich den Laden besser organisieren? Und besser organisieren hei├čt immer, Arbeit einzusparen. Das ist ein absolutes unternehmerisches Prinzip.

Aber Herr Werner. Sie haben bei DM in den letzten Jahren doch selbst tausende von Arbeitspl├Ątzen geschaffen.

Ja schon. Aber unser Unternehmen ist deswegen erfolgreich, weil es produktiver ist als andere. Weil es produktiver ist, w├Ąchst es. Weil es w├Ąchst, schafft es Arbeitspl├Ątze. Aber die gehen zu Lasten der Arbeitspl├Ątze bei den Unternehmen, die weniger produktiv sind. Volkswirtschaftlich gesehen f├╝hrt Erfolg bei ges├Ąttigten M├Ąrkten immer zum Abbau von Arbeitspl├Ątzen.

Sie halten f├╝nf Millionen Arbeitslose also f├╝r einen Beweis der Leistungsf├Ąhigkeit der deutschen Wirtschaft?

Zumindest ist es ein Ausdruck der Produktivit├Ątsentwicklung. Und eine Produktivit├Ątsentwicklung ist immer ein Fortschritt. Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter 1959 einen VW-K├Ąfer bestellt hat. Da betrug die Lieferzeit 13 Monate. K├Ânnen Sie sich das heute noch vorstellen?

Kaum.

Sehen Sie. Und Anfang der 70er Jahre warb die Post mit dem Motto: Fasse dich kurz. Der Grund war, dass st├Ąndig die Leitungen belegt waren und die Leute sich die Finger wund w├Ąhlten. Stellen Sie sich mal vor, die Telekom oder Vodafone w├╝rden heute mit solchen Werbespr├╝chen kommen. Das ist gar nicht denkbar.

Sie wollen sagen, dass es uns heute besser geht als fr├╝her.

Wir leben quasi in paradiesischen Zust├Ąnden. Denn wir sind heute in der Lage, weit mehr zu produzieren, als wir sinnvoll verbrauchen k├Ânnen. Ein Beispiel: W├Ąre die Wiedervereinigung 20 Jahre fr├╝her gekommen, h├Ątte es in Deutschland riesige Mangelerscheinungen gegeben. 1970 war die Wirtschaft noch nicht so weit, mal eben 17 Millionen Menschen mitzuversorgen. 1990 funktionierte das doch erstaunlich glatt. Niemand im Westen musste einen Mangel erleben.

Daf├╝r sind heute im Osten 20 Prozent der Menschen arbeitslos.

Ja, schlimm genug. Aber diese ganze Diskussion um die Bek├Ąmpfung der Arbeitslosigkeit f├╝hrt ins Nichts. Und jeder, der etwas von Wirtschaft versteht, wei├č doch eines: Die Zeit der Massenarbeit ist vorbei. Ich war gerade in Island. Doch hat mir ein Fischer erz├Ąhlt, dass die Isl├Ąnder heute dank Fabrikschiffen mit einem Viertel der Arbeiter vier mal so viel Fisch produzieren wie vor 30 Jahren. Verstehen Sie? 75 Prozent der Leute werden einfach nicht mehr gebraucht. Solche Beispiele gibt es ├╝berall. Unsere F├Ąhigkeit, Dinge zu produzieren, ├╝bersteigt unseren Bedarf, Dinge zu konsumieren. Das ist eine ganz einfache Tatsache, und keine Arbeitsmarktreform kann daran etwas ├Ąndern.

Trotzdem fordern Politiker, Wirtschaftsverb├Ąnde und Gewerkschaften st├Ąndig bessere Rahmenbedingungen, damit mehr Arbeitspl├Ątze entstehen k├Ânnen.

Ich wei├č. Aber wir m├╝ssen uns doch fragen: Was ist eigentlich die Aufgabe der Wirtschaft? Es gibt zwei Aufgaben. Die erste: Sie muss die Menschen mit G├╝tern und Dienstleistungen versorgen. Und nie in der Geschichte hat die Wirtschaft diese Aufgabe so gut erf├╝llt wie heute. Wir sehen doch den totalen ├ťberfluss. Obwohl die meisten Fabriken l├Ąngst nicht ausgelastet sind, wird alles produziert, was man sich w├╝nschen kann.

Produziert schon. Aber die Leute haben nicht genug Geld, es zu kaufen.

Aha! Jetzt kommen wir zur zweiten Aufgabe: Die Wirtschaft muss die G├╝ter nicht nur produzieren. Sie muss die Menschen auch mit ausreichend Geld ausstatten, um zu konsumieren.

Ausstatten? F├╝r Geld muss man arbeiten.

Ja, ja. Und wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, nicht wahr? Dieses Denken sitzt immer noch tief in den K├Âpfen. Aber damit kommen wir heute nicht mehr weiter.

Also wollen Sie das Geld einfach verteilen? Das ist doch naiv.

Meinen Sie? Lassen Sie mich bitte auf folgendes Ph├Ąnomen hinweisen: Warum gehen in Deutschland Baufirmen zu Grunde, obwohl es im Stra├čenbau dringenden Bedarf gibt und wir die Leistung erbringen k├Ânnten?

Weil der Staat kein Geld hat, die Firmen zu bezahlen.

Ja. Aber dieser Irrtum kommt zu Stande, weil alles immer durch den Geldschleier gesehen wird. Der Lebensstandard einer Gesellschaft h├Ąngt doch davon ab, wie viele G├╝ter sie produzieren kann. Nicht davon, wie viele sie finanzieren kann.

Nicht?

Nein. Nehmen Sie die fr├╝here DDR. Dort gab es Geld im ├ťberfluss, aber man konnte sich nur sehr wenig kaufen. Also was ist wichtiger: Das Geld? Oder die G├╝ter?

Was also schlagen Sie vor? Die Maschinen arbeiten, und der Staat verteilt das Geld, damit die B├╝rger konsumieren k├Ânnen?

So ├Ąhnlich. Wir brauchen das bedingungslose B├╝rgergeld. Eine Lebensrente f├╝r jeden B├╝rger. Selbstverst├Ąndlich k├Ânnen solche Ver├Ąnderungen nur schrittweise ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum eingef├╝hrt werden.

Wie hoch soll dieses B├╝rgergeld denn sein?

Hoch genug, um die Grundbed├╝rfnisse zu decken. 1300 bis 1500 Euro.

Sch├Âne Idee. Und wie wird das finanziert? Sagen Sie jetzt bitte nicht, wir brauchen mehr Steuern.

Keine Angst. Ich bin daf├╝r, alle Steuern abzuschaffen. Bis auf eine: die Mehrwertsteuer.

Und wie hoch soll die dann sein?

Das k├Ânnten bis zu 48 Prozent sein.

Sie machen Witze.

Nein. Z├Ąhlen Sie doch mal alle Steuern und Sozialleistungen zusammen. Da haben wir doch schon eine Staatsquote von rund 48 Prozent. Wenn die nur noch ├╝ber die Mehrwertsteuer zu finanzieren w├Ąre, h├Ątte das riesige Vorteile.

Welche denn?

Die Mehrwertsteuer ist die einzige Steuer, die den Wertsch├Âpfungsvorgang nicht behindert, nicht bremst, nicht verzerrt. Das hei├čt: die ganze Produktion wird steuerfrei gehalten und es kann unbehindert investiert werden.

Also noch mehr Entlastung f├╝r die Unternehmen und noch mehr Belastung f├╝r die Verbraucher?

Nein. Einfach mehr Klarheit und mehr Fairness. Ich wei├č, dass Politiker unterschiedlichster Couleur fordern: Wir m├╝ssen die Reichen besteuern, die Unternehmen m├╝ssen wir besteuern und damit den kleinen Mann entlasten. Das ist eigentlich eine L├╝ge. Warum? Weil Unternehmer und Unternehmen faktisch keine Steuern bezahlen.

Da werden Ihnen einige Unternehmerkollegen widersprechen.

Jammern geh├Ârt zum Handwerk. Aber jeder Unternehmer wei├č, was man mit Steuern macht: Man muss sie einkalkulieren. Alle Steuern, die die Unternehmen zahlen, flie├čen in die Preise f├╝r die Produkte ein. Letzten Endes zahlt immer der Verbraucher.

Was w├Ąre also der Vorteil, alle Steuern in der Mehrwertsteuer zusammenzufassen?

Na, der ganze gewaltige Verwaltungsapparat des Staates w├╝rde zusammenschnurren. Denken Sie mal daran, wie viele Beamte ihre Zeit damit verschwenden, die Steuern zu erheben, auszurechnen und zu ├╝berpr├╝fen. Das w├Ąre alles ├╝berfl├╝ssig.

Welche anderen Vorteile h├Ątte Ihr Plan?

Dass die Importe endlich mal richtig besteuert werden. Die billigen Textilien aus China oder Rum├Ąnien kommen doch nur so billig hier an, weil sie nur mit einer Mehrwertsteuer von 16 Prozent belastet sind. In jedem Produkt stecken Infrastrukturkosten. Aber die Infrastruktur in Deutschland ist nat├╝rlich teurer als die in China. Anders herum w├╝rden die deutschen Exporte extrem attraktiv, weil sie von Steuern v├Âllig unbelastet w├Ąren. Au├čerdem w├╝rden die Arbeitskosten extrem sinken, weil ja das B├╝rgergeld auf die Einkommen angerechnet w├╝rde.

Wie soll das funktionieren?

Nehmen wir an, eine Krankenschwester verdient 2500 Euro. Nach Abzug des B├╝rgergeldes von 1300 Euro m├╝sste das Krankenhaus ihr noch 1200 Euro bezahlen. Sie h├Ątte danach gleich viel, aber ihre Arbeitsleistung w├Ąre f├╝r das Krankenhaus viel leichter zu finanzieren. Das B├╝rgergeld w├╝rde die arbeitsintensiven G├╝ter und Dienstleistungen entlasten und dadurch den Arbeitsmarkt enorm beleben. Insgesamt w├╝rden die Preise dadurch gleich bleiben, denn der Staat m├╝sste ja das zu zahlende B├╝rgergeld ├╝ber die Mehrwertsteuer wieder refinanzieren.

Aber wer wird denn in Zukunft noch arbeiten, wenn er f├╝r 1500 Euro auch zu Hause bleiben kann?

Sie untersch├Ątzen den immateriellen Wert der Arbeit. Viele Menschen haben sehr viel Spa├č an ihrer Aufgabe. Denken Sie auch an alle sozialen Berufe und die ganze Kulturarbeit. Da gibt es einen riesigen Bedarf in der Gesellschaft, der endlich finanzierbar w├Ąre.

Und die langweiligen, die unangenehmen Jobs?

Die m├╝ssten dann eben h├Âher entlohnt werden, wenn wir sie ben├Âtigen. Nat├╝rlich wird es dann zuk├╝nftig Berufe und auch Unternehmen geben, denen es schwer fallen wird, Menschen zu finden. Warum? Weil ja die Menschen dann nicht mehr arbeiten werden, weil sie m├╝ssen, sondern weil sie in ihrer Arbeit eine Sinnerf├╝llung erleben. Und auch, weil es ihnen Spa├č macht.

Herr Werner, alle sprechen von der Krise. Wer Ihnen zuh├Ârt, k├Ânnte denken, es geht Deutschland ausgezeichnet.

Das stimmt ja auch. Unser Land hat noch nie so viel Wohlstand produziert wie heute. Wir haben nur Schwierigkeiten, den Wohlstand zu verteilen. Das sind wir einfach nicht gewohnt.

Also keine Krise?

Jedenfalls keine Wirtschaftskrise. Die Frage, die mich wirklich umtreibt, ist eine andere. Wir steuern auf eine Gesellschaft zu, in der die Arbeit verschwindet. Und die Frage ist nur, was die Menschen dann alle mit ihrer Zeit anfangen. Das ist eine Kulturfrage. Das Problem, das wir haben, liegt nicht auf dem Arbeitsmarkt sondern eigentlich in der Kultur. Leider ist dieses Thema im Bewusstsein der Gesellschaft kaum vorhanden. Aber genau hier m├╝ssen wir ansetzen.







Irgendwie seh ich darin keinen Denkfehler, k├Ânnte das doch tats├Ąchlich funktionieren.


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Beitrag 11. Aug 2005, 21:45
Beitrag #2


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Einige interessante Aspekte/Thesen:

Die erste w├Ąre: Jedes Unternehmen ist sich selbst das n├Ąchste und soziale Verantwortung der Unternehmen ist f├╝rn Arsch ( mrgreen.gif ).

Deskriptiv mag das zum Teil richtig sein, aber immerhin haben wir als Menschen einen gewissen Gestaltungsspielraum und k├Ânnen freiwillig normen setzen. Gewinnmaximierung, Produktivit├Ątsmaximierung etc. sind keine gottgebenen, absoluten Zielsetzungen/-gr├Â├čen. Wenn die Wirtschaft nicht die Aufgabe hat, Arbeitspl├Ątze zu schaffen, dann steht es uns frei, dieses zu ihrer Aufgabe zu machen.

Klar gibt es Probleme wegen der internationalen Dependenzen, aber eben diese g├Ąbe es bspw. beim absurden 48%-MwSt in ├Ąhnlicher Weise. Importe w├╝rden neben der Belastungen mit Abgaben in den Heimatl├Ąndern zus├Ątzlich mit unserer 48%-igen WwSt belastet so teuer werden, dass dieser Warenhandel fast zum erliegen k├Ąme. Daf├╝r g├Ąbe es dann einen regen kleinen Grenz und Schmuggelverkehr. Insgesamt z├Âge dieses also auch einen umfassenden Regelungsbedarf und Regelkatalog nach sich, so dass man dann auch gleich den anderen Weg einschlagen kann und dir Unternehmen "international" in die Verantwortung nehme.

Eine andere Frage ist, was die Unternehmen mit den "gesparten" L├Âhnen in Form des B├╝rgergeldes machen? Wie gesagt, jedes ist sich selbst das n├Ąchste und wenn eine Investition im Ausland renditetr├Ąchtiger ist, dann ist das Geld futsch.

Wenn man auschlie├člich den Konsum besteuert und die Menschen -├Âkonomisch rational- diesen Kosum minimieren, um so ihre Steuerlast zu minimieren (einen anderen Weg g├Ąbe es ja nicht), welche Auswirkungen hat dann dieser Nachfrageausfall auf die Finazierbarkeit a) des B├╝rgergeldes und b) alle andere Staatsausgaben (Schulen, Stra├čen, Krankenh├Ąuser)?

Der Beitrag wurde von Nepharite bearbeitet: 11. Aug 2005, 22:01


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Beitrag 11. Aug 2005, 22:18
Beitrag #3


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Sehe das ├Ąhnlich wie Neph - ein par interessante Ans├Ątze sind das schon, besonders die "Zeithaben"-Sache und die freiwillige Berufswahl erinnert mich schon sehr stark an Trek - auch wenn bei seiner Idee nat├╝rlich noch das Geld vorhanden ist.
Letzendlich bleibt aber die Frage - was passiert bei den Unternehmen, auslagern k├Ânnen sie immernoch. Wo geht das Geld hin, was die Unternehmen verdienen...

Und letztendlich nat├╝rlich die Frage, ob das wirklich funktioniert.


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Beitrag 12. Aug 2005, 06:35
Beitrag #4


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Ich m├Âchte auch bezweifeln, dass Kleinverdiener (erst Recht mit Familie), die jetzt schon kaum Einkommensteuer zahlen, mit 48% "Abgaben" nicht schlechter gestellt werden (im Vgl. zu heute).


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Schukow
Beitrag 12. Aug 2005, 09:26
Beitrag #5


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Theoretisch klingt das gut, aber ich denke, viele Leute w├╝rden bei einer Mehrwertsteuer von 48 % im Ausland einkaufen. F├╝r einen Gro├čeinkauf im Monat d├╝rften selbst Ballungszentren wie das Ruhrgebiet oder Berlin nicht zu weit von der Grenze entfernt sein.

@ Neph und Kleinverdiener
Da diese Klenverdiener durch das B├╝rgergeld besser gestellt werden, d├╝rfte n sie die 48 % (dh selbst ohne das sie bisher Steuern oder Sozialabgaben zu zahlen h├Ątten 32 % mehr zahlen. Aber bei 1300 Eus (pro Kopf einschlie├člich Kind(ern)) d├╝rften sie damit leben k├Ânnen.


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Beitrag 12. Aug 2005, 11:15
Beitrag #6


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QUOTE (Schukow @ 12. Aug 2005, 10:26)
@ Neph und Kleinverdiener
Da diese Klenverdiener durch das B├╝rgergeld besser gestellt werden, d├╝rfte n sie die 48 % (dh selbst ohne das sie bisher Steuern oder Sozialabgaben zu zahlen h├Ątten 32 % mehr zahlen. Aber bei 1300 Eus (pro Kopf einschlie├člich Kind(ern)) d├╝rften sie damit leben k├Ânnen.

Nicht notwendigerweise. Erstens habe ich den TYpen so verstanden, dass die Unternehmen weniger Lohn zahlen sollen: "Alter Lohn" ./. "B├╝rgergeld" und zweitens ist nicht klar, was mit dieser hohen Merwertsteuer belastet wird. Zur Zeit ist es ja so, dass einige "G├╝ter/Leistungen" ganz Mehrwertsteuer befreit sind (z.B. Miete) und auf andere ein erm├Ą├čigter Satz zu zahlen ist (Lebensmittel, B├╝cher ..). F├Ąllt f├╝r diese Dinge der hohe Satz an, d├╝rften trotz des B├╝rgergeldes Realeinkommensverluste an der Tagesordnung sein. Drittens bleibt offen, wer die Beitr├Ąge zur Krankenvrersicherung zu tragen hat: AN, AN + AG, keiner ?


Zudem wird auch nicht die Frage beantwortet, wer das B├╝rgergeld erhalten soll. Werden Kinder von der Geburt an damit begl├╝ckt (immerhin muss man ja auch f├╝r ihren Unterhalt flei├čig konsumieren)? Wenn ja, dann w├Ąre es in der Tat ├Âkonomisch sinnvoll und rational Kinder in die Welt zu setzen, amstatt zu arbeiten ... mrgreen.gif Die Folgen f├╝r ├Âffentlichen Haushalte d├╝rften katastrophal sein.
Wenn nein, dann w├Ąren Familien unangemessen benachteiligt


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Schukow
Beitrag 12. Aug 2005, 12:00
Beitrag #7


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QUOTE (Nepharite @ 12. Aug 2005, 12:15)
QUOTE (Schukow @ 12. Aug 2005, 10:26)
@ Neph und Kleinverdiener
Da diese Klenverdiener durch das B├╝rgergeld besser gestellt werden, d├╝rfte n sie die 48 % (dh selbst ohne das sie bisher Steuern oder Sozialabgaben zu zahlen h├Ątten 32 % mehr zahlen. Aber bei 1300 Eus (pro Kopf einschlie├člich Kind(ern)) d├╝rften sie damit leben k├Ânnen.

Nicht notwendigerweise. Erstens habe ich den TYpen so verstanden, dass die Unternehmen weniger Lohn zahlen sollen: "Alter Lohn" ./. "B├╝rgergeld" und zweitens ist nicht klar, was mit dieser hohen Merwertsteuer belastet wird. Zur Zeit ist es ja so, dass einige "G├╝ter/Leistungen" ganz Mehrwertsteuer befreit sind (z.B. Miete) und auf andere ein erm├Ą├čigter Satz zu zahlen ist (Lebensmittel, B├╝cher ..). F├Ąllt f├╝r diese Dinge der hohe Satz an, d├╝rften trotz des B├╝rgergeldes Realeinkommensverluste an der Tagesordnung sein. Drittens bleibt offen, wer die Beitr├Ąge zur Krankenvrersicherung zu tragen hat: AN, AN + AG, keiner ?


Zudem wird auch nicht die Frage beantwortet, wer das B├╝rgergeld erhalten soll. Werden Kinder von der Geburt an damit begl├╝ckt (immerhin muss man ja auch f├╝r ihren Unterhalt flei├čig konsumieren)? Wenn ja, dann w├Ąre es in der Tat ├Âkonomisch sinnvoll und rational Kinder in die Welt zu setzen, amstatt zu arbeiten ... mrgreen.gif Die Folgen f├╝r ├Âffentlichen Haushalte d├╝rften katastrophal sein.
Wenn nein, dann w├Ąren Familien unangemessen benachteiligt

Wobei ich zumindest niemanden kenne, der 1300 verdient (netto). Da ic hdurchaus mit 1300 leben kann, sollten das auch andere tun k├Ânnen. Da imo der Begriff B├╝rgergeld impliziert alle B├╝rger kriegen es, d├╝rften Kinder dieses Geld ebenfalls erhalten. Ob es sich lohnt, Kinder in die Welt zu setzen statt zu arbeiten, sollte man mal ├╝berdenken, da Kinder erhebliche Kosten verursachen.
Ich dachte die Arztkosten w├Ąren so geregelt, das keine Arztkosten anfielen, da diese durch das Mehrwertsystem gedeckt werden w├╝rden.
Ich denke, die Pro Kopf nur etwas mehr als 1000 Eusprokopf(netto)verdiener w├╝rden draufzahlen.

Aber im Zweifel hast du recht, weil du der Experte bist und ich nur eine Wirtschaftwissenschaftliche Halbbildung habe. Ich versuche meine Grenzen zu kennen.


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Beitrag 12. Aug 2005, 12:35
Beitrag #8


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QUOTE (Schukow @ 12. Aug 2005, 13:00)
Da ic hdurchaus mit 1300 leben kann, sollten das auch andere tun k├Ânnen. Da imo der Begriff B├╝rgergeld impliziert alle B├╝rger kriegen es, d├╝rften Kinder dieses Geld ebenfalls erhalten. Ob es sich lohnt, Kinder in die Welt zu setzen statt zu arbeiten, sollte man mal ├╝berdenken, da Kinder erhebliche Kosten verursachen.

Fixkosten wie Miete, I-Net wink.gif usw. fallen sowieso an, d.h. c.p. m├╝sste von dem B├╝rgergeld der Kinder "nur" deren Lebensunterhalt (Essen, Kleidung) bestritten werden. Da sollte einiges "├╝ber sein". Und bevor sie "richtig teuer" werden, kann man sie immer noch ins Heim abschieben ... mrgreen.gif


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Beitrag 12. Aug 2005, 12:40
Beitrag #9


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Das Ganze das in dem Artikel vorgeschlagen wird, funktioniert nicht. Bei 48% Mehrwertssteuer, und 1300 Euro B├╝rgergeld als Einkommen, k├╝ndigt man seinen Job und beginnt damit Waren aus dem anderen L├Ąnder zu kaufen und ohne MwSt. in Deutschland wieder zu verkaufen. Es bringt mehr als zu arbeiten. Damit bricht dann die Finanzierung des B├╝rgergeldes zusammen, ausserdem kann man dann keine Dienstleistungen mehr n├╝tzen weil die zu teuer w├Ąren und weil die Leute nicht mehr arbeiten w├╝rden. pinch.gif


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Beitrag 12. Aug 2005, 12:52
Beitrag #10


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QUOTE (logan3333 @ 12. Aug 2005, 13:40)
Das Ganze das in dem Artikel vorgeschlagen wird, funktioniert nicht. Bei 48% Mehrwertssteuer, und 1300 Euro B├╝rgergeld als Einkommen, k├╝ndigt man seinen Job und beginnt damit Waren aus dem anderen L├Ąnder zu kaufen und ohne MwSt. in Deutschland wieder zu verkaufen. Es bringt mehr als zu arbeiten.

Sobald du die Waren hier verkaufst, m├╝sstest du -als durch und durch ehrlicher Mensch- nat├╝rlich auch 48% MwSt kassieren und an den Fiskus abf├╝hren mrgreen.gif


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logan3333
Beitrag 12. Aug 2005, 17:41
Beitrag #11


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^Ich rede ja uch von einer Art von Volksschmuggel, der sich nicht b├Ąndigen l├Ąsst.


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Adm. Ges
Beitrag 12. Aug 2005, 20:20
Beitrag #12


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Dementsprechend k├Ânnte man ja Einfuhrz├Âlle verh├Ąngen. Andererseits sind die Lebenshaltungskosten in anderen L├Ąnden (z.B. in Skandinavien) doch wesentlich h├Âher als bei uns, und trotzdem kaufen die Leute (wie Touris) zu den Preisen.
Vergiss mal nicht die Faulheit der Leute und die Angst davor mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Mit den Kindern ist nat├╝rlich eine interessante Frage. In den Nachkriegsjahren gabs ja auch in vielen L├Ąndern "Kindergeld", wenn man welche in die Welt gesetzt hat, was wohl einige Familien entsprechend nutzten, indem sie Kinder in die Welt gesetzt haben. Dies lie├če sich IMO mit einer gewissen Staffelung (Regulierung) einschr├Ąnken. M├Âglich z.B., dass es nur f├╝r das 1.Kind "volles" Geld, f├╝r das 2. dann noch 650, beim 3. 325 und beim 4. 150

Damit h├Ątte eine Familie mit 1 Kind 3.900+, bei 2. Kindern 4.550+ und bei 3. Kindern 4.875+ monatlich zur Verf├╝gung. +, weil ja der Lohn noch dazu kommt.
Oder man k├Ânnte auch eien Altersstaffelung einbauen etc.
Wenn man sich dazu ernsthafte Gedanken macht, dann gibt es eben doch einige "L├╝cken" in der Pr├Ąsentation des Herrn.


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Schukow
Beitrag 15. Aug 2005, 09:28
Beitrag #13


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QUOTE (Nepharite @ 12. Aug 2005, 13:35)
QUOTE (Schukow @ 12. Aug 2005, 13:00)
Da ic hdurchaus mit 1300 leben kann, sollten das auch andere tun k├Ânnen. Da imo der Begriff B├╝rgergeld impliziert alle B├╝rger kriegen es, d├╝rften Kinder dieses Geld ebenfalls erhalten. Ob es sich lohnt, Kinder in die Welt zu setzen statt zu arbeiten, sollte man mal ├╝berdenken, da Kinder erhebliche Kosten verursachen.

Fixkosten wie Miete, I-Net wink.gif usw. fallen sowieso an, d.h. c.p. m├╝sste von dem B├╝rgergeld der Kinder "nur" deren Lebensunterhalt (Essen, Kleidung) bestritten werden. Da sollte einiges "├╝ber sein". Und bevor sie "richtig teuer" werden, kann man sie immer noch ins Heim abschieben ... mrgreen.gif

Wobei Kinder doch nicht nur mit Essen und Kleidung zu buche schlagen, man braucht eine gr├Â├čere Wohnung, und Kinder haben Extrabed├╝rfnisse, so z.B. Spielzeug ├Âfters mal S├╝├čigkeiten o.├Ą..


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VirtualSelf
Beitrag 15. Aug 2005, 11:26
Beitrag #14


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QUOTE (Schukow @ 15. Aug 2005, 10:28)
Wobei Kinder doch nicht nur mit Essen und Kleidung zu buche schlagen, man braucht eine gr├Â├čere Wohnung, und Kinder haben Extrabed├╝rfnisse, so z.B. Spielzeug ├Âfters mal S├╝├čigkeiten o.├Ą..

Ok, die Wohnungskosten sind eher sprungfixe Kosten (gr├Â├čere Wohnung erst bei ├ťberschreiten der Kapazit├Ątsgrenze wink.gif). Die durchschnittlichen Kosten pro Mahlzeit d├╝rfen mit gr├Â├čer werdender Familie sogar sinken, ebenso die durchschnittlichen Bekleidungskosten pro Kind, da die J├╝ngeren nat├╝rlich die Sachen der ├älteren auftragen. F├╝r Spielzeug gilt ├Ąhnliches: es werden bevorzug solche Dinge angeschafft, mit denen mehrere Kinder spielen k├Ânnen (Playmobil, Lego, Gesellschaftsspiele ..); S├╝├čigkeiten gibt es nur selten und wenn, dann f├╝r Papa ... mrgreen.gif


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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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