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Drekkars, Söldner #2
VirtualSelf
Beitrag 9. Sep 2009, 18:44
Beitrag #1


Vice Admiral
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Titel: Drekkars
Serie: Söldner, Band 2
OT: Servitude: Drekkars
Text: Fabrice David
Zeichnungen & Farben: Eric Bourgier
Ü: Tanja KrĂ€mling
Lettering: Delia WĂŒllner-Schulz
Ausstattung: 56, HC, Albumformat
ISBN: 978-3-86869-007-1
Verlag: Splitter Verlag, 2009




War der erste Band der Serie im Reich der „Söhne der Erde“ angesiedelt, so steht im Fokus des zweiten Albums das Volk der Drekkars, setzt der Autor die begonnenen Handlungsbögen nicht fort, sondern zeigt zunĂ€chst mit Akkuratesse und Unvoreingenommenheit die andere Seite der Medaille.

Die in einem gewaltigen Höhlensystem erbaute Stadt Farkas ist eine der vier uralten StĂ€dte, die einst von Riesen errichtet wurden, und die die Gefolgsleute Bregors – die spĂ€teren Drekkars - nach ihrem Sieg ĂŒber die Söhne der Erde und das Geschlecht der Riesen vor vielen Generationen zu ihrer Heimstatt erkoren.
Heute, ein Jahrtausend nachdem aus der mystischen Verbindung von Drachen und Menschen die Drekkars entsprangen, steht den Bewohnern Farkas' ein epochaler Umbruch bevor. Der Hegemon Sekal von Aegor, der vom Herrscher gewĂ€hlte Mittelsmann aus der Kaste der Knappen, des militĂ€rischen und polizeilichen Arms des Regenten, will sich nicht lĂ€nger mit dem rigorosen Kastensystem seines Volkes sowie der Versklavung der Menschen von außerhalb der schĂŒtzende Stadtmauern abfinden und plant im Geheimen mit der UnterstĂŒtzung zahlreicher VerbĂŒndeter wenn auch nicht den Umsturz des Systems, so doch die Abspaltung und GrĂŒndung einer neuen Stadt.
Die Lage spitzt sich zu als die Geliebe Sekals, die geheimnisvolle Zeress, die Großmeisterin der Kaste der TĂ€towierer sowie einen HĂ€ndler ermordet und ein Elixier stiehlt, das fĂŒr den Herrscher Farkas von unschĂ€tzbarem Wert zu sein scheint. Das Verbrechen weckt nicht nur den Argwohn des FĂŒhrers, auch der Justicar, Farder, - der Stadtvogt und oberste Polizeibeamte – beginnt an der LoyalitĂ€t des Hegemon zu zweifeln. Mit dem Elixier als Trumpf in der Hinterhand kann Sekal zwar einen kurzen Aufschub der Ermittlungen herausschlagen, doch der offene Kampf ist unausweichlich, selbst wenn nicht klar ist, welche Macht im Verborgenen die Strippen zieht.


Mehr noch als im ersten Band, „Das Lied von Anoroer“, gelingt Fabrice David in diesem Comic der Entwurf einer in sich geschlossenen, exotischen und faszinierenden Welt, wobei der der Leser fĂŒr das volle VerstĂ€ndnis allerdings einen kleinen Preis zu zahlen hat: er sollte sich vor der LektĂŒre mit dem Glossar im Anhang des Albums beschĂ€ftigen, in welchem zentrale Bergriffe der Drekkars-Kultur und -Organisation erlĂ€utert werden.
Die Geschichte selbst ist geprĂ€gt durch eine mystische, leicht klaustrophobische AtmosphĂ€re, durch zahlreiche Geheimnisse und offene Fragen, von denen viele noch unbeantwortet bleiben, so dass auch diese zweite Album lediglich als ein weiteres Vorspiel fĂŒr den kommenden Konflikt aufgefasst werden muss. DafĂŒr spricht ebenfalls, dass auch in „Drekkars“ die tragenden Figuren lediglich knapp umrissen werden, man also nicht – oder höchstens beilĂ€ufig - erfĂ€hrt, was sie umtreibt, was ihre Motive sind. Diese Motivationslosigkeit formuliert Sekal an einer Stelle sogar explizit, was den Eindruck verstĂ€rkt, dass die Drekkars – rebellierende wie traditionelle – SpielbĂ€lle höherer MĂ€chte sind.

Das Artwork Eric Bourgiers gehört nach wie vor zum Besten, was nicht nur das franko-belgische Comic in den letzten Jahren aufbieten konnte. Die monochromen, in ihren leichten Brauntönen an Rötel- und Sepia-Malerei erinnernden Bilder ĂŒberzeugen nicht nur durch die fein ziselierten Figuren und detailreichen Accessoires, sondern auch durch vielfĂ€ltige Perspektiven sowie ein atmosphĂ€risch intensives Spiel aus Hell-und-Dunkel-Nuancen.


Fazit: Der faszinierende Hintergrund, die komplexe, rĂ€tselhafte Story sowie das grandiose Artwork machen den zweiten Band zu einer unbedingten Empfehlung fĂŒr Freunde exotischer Fantasy.


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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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