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Das Tor zur Apokalypse, ST-TNG-Comic
VirtualSelf
Beitrag 26. Dec 2009, 14:24
Beitrag #1


Vice Admiral
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(noch nicht Korrektur gelesen; wer einen Fehler findet, darf ihn auf ebay versteigern)

Titel: Tor zur Apokalypse
Serie: Star Trek – The Next Generation
OT: Star Trek: Intelligence Gathering
Text: Scott & David Tipton
Zeichnungen: David Messina; e.a.
Farben: Illaria Traversi
√ú: Christian Langhagen
Lettering: Rowan R√ľster
Ausstattung: US-Format, Softcover, vierfarbig, 128 Seiten
ISBN: 978-3-941248-44-1
Verlag: CrossCult, 2009



Im neu gebauten F√∂derations-Archiv auf „Daystrom One“ hat sich die systemverwaltende K.I. - die K√ľnstliche Intelligenz - verabschiedet. Aus Furcht, dass das Ding Bewusstsein erlangt haben k√∂nnte und nun auf Streik geb√ľrstet ist, befiehlt man Captain Picards „Enterprise“ in den Orbit, da ein Besatzungsmitglied, der Androide Data, einen Draht zu dem Viech haben k√∂nnte. In der Tat finden Data und Riker rasch heraus, dass Saboteure der Romulaner an der K.I. rumgbastelt haben, wobei die Motive relativ unklar bleiben.
Und der n√§chste Einsatz wartet schon: auf der Kolonie „Votar VII“ schlagen sich die beiden verantwortlichen Spezies – die Rigelianer und die Kaylar – zwar noch nicht die K√∂pfe ein, machen sich das Kolonistenleben aber alles andere als leicht. Auch hier ist eine L√∂sung nach kurzer Zeit gefunden. Allerdings rei√üen im Folgenden die merkw√ľrdigen Ereignisse nicht ab, sodass Picard und seine Mannen irgendwann einen Nachtigall trapsen h√∂ren, wobei ihnen das V√∂gelein den Weg zu einem ganz bestimmten Ort im Universum zuzuzwitschern scheint. Als sie dort ankommen, m√ľssen sie feststellen, dass die Kacke richtig am Dampfen ist und dass dieses mit den Iconianern und ihren lustigen Dimensionstoren zusammenh√§ngt, an denen unbedarft Unf√§hige rumgespielt haben.


Tja ... die liebe Story. Es l√§sst sich nicht leugnen, dass die Geschichte, die uns die Tipton Brothers auftischen, zumindest anf√§nglich durchaus einen gewissen trashigen „Star Trek“-TV-Show-Charme ausstrahlt. Ein paar Geheimnisse, ein mysteri√∂ser Gegner, Charakterzeichnungen, in denen man im Gro√üen und Ganzen die TV-Vorlagen wiederfinden kann, lustige Planeten-Namen und ein wenig Technobabbel sind zwar nichts, was einem vom Hocker haut, aber zumindest r√ľhrt es die Seele von Fan-Boys und -Girls an. Bis zu dem Punkt, an dem Tipton & Tipton das Geheimnis hinter all den verwirrenden Ereignissen enth√ľllen, ist also alles im zumindest hellgr√ľnen Unterhaltungs- respektive Plausibilit√§ts-Bereich.
Ab Seite 100 jedoch beginnt der megalomanische Hyper-Schwachsinn in Form einer so haneb√ľchenen Erkl√§rung f√ľr das Gelesene, dass es jedem Leser mit einem IQ knapp √ľber einer Erbse die Tr√§nen in die Augen treiben sollte. Die T-Boys extrahieren aus einer Aneinanderreihung unz√§hliger Unw√§gbarkeiten eine Kausalkette, deren Endergebnis – das rechtzeitige Eintreffen der Enterprise an einem exakt bestimmten Ort - bei n√§herer Betrachtung in etwa dieselbe Eintrittswahrscheinlichkeit hat, als w√ľrden der Papst und Dolly Buster ein gemeinsames Mutanten-Kind zeugen. ... von weiteren Aspekten, welche die innere Sicherheit der F√∂deration quasi null und nichtig erkl√§ren, einmal abgesehen.

Tja ... das liebe Artwork. Ich k√∂nnte es kurz machen und ein gepflegtes, „Schei√üe!“, im Raum stehen lassen, aber die Rezensenten-Ehre gebietet ein paar weitere Worte. Nun denn ...
David Messinas Stil ist tot, toter, am totesten. Emotionslose Charaktere, deren Wiedererkennungswert regelm√§√üig gen Null geht und deren Proportionen dem Zeichner ein ums andere Mal vollkommen entgleiten sowie der statischte Bildaufbau, der zur Zeit auf dem Comic-Massen-Markt zu finden ist, machen dieses Tradepapeback trotz der grunds√§tzlich interessanten Story, die zugegebenerma√üen auf der Ziellinie gnadenlos verrissen wird, zu einem visuell anstrengen, unerfreulichen Nicht-Vergn√ľgen.
Regelrecht mitleiderregend sind einige kolorative Computerspielereien, in welchen sich Traversi um Tiefensch√§rfe-Simulation bem√ľht und die regelm√§√üig durch Messinas grottenschlechten Stil ins Absurde abgleiten: vor einem verschwommenen Hintergrund agiert eine Figur, die wie ein draufgeklebter, humanoider Farbfleck wirkt.


Fazit: Storyseitig ein verhaltenes „Next Generation“-Feeling, visuell ein Super-GAU!

Der Beitrag wurde von VirtualSelf bearbeitet: 28. Dec 2009, 12:42


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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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