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Psychologie, Seelische Krankheiten
Voivod
Beitrag 29. Jun 2007, 22:58
Beitrag #1


Admiral
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Hallo

Bin immer noch zu Hause und warte auf einen Platz in der Klinik. Mittwochs habe ich Vorgespr├Ąch. Ich bin es einfach nicht mehr gewohnt, wegen meiner Krankheit ausgelacht zu werden wie von Pana. Die Krankheit ist f├╝r mich so "normal" wie f├╝r andere Krebs oder so... Ich war mir gar nicht mehr bewusst, das psychische Krankheiten noch ein gewisses Stigma in der Gesellschaft haben. Ich habe soviel mit Psychos zu tun, mir f├Ąllt das gar nicht mehr auf. Es gibt so viele von uns im Schatten der Gesellschaft, sehr viele.... Und ich bewege mich seit Jahren in dieser "Subkultur". Wir sind normal intelligent, wir haben nur gewisse Probleme, die uns das Leben schwer machen, wie es alle Kranken haben. Wir sind nicht besser oder schlechter als andere Kranke. Und wir haben nichts daf├╝r f├╝r unsere Gebrechen. Es ist keine Sache des Willens oder der Einstellung. Es ist eine St├Ârung im Gehirn. Was will man sich daf├╝r sch├Ąmen? Ich bin so geboren worden.

Wenn's in der Klinik einen Internetanschluss gibt, geb ich euch einen Live-Bericht aus der Psychiatrie! wink.gif Das ist mal was... Es hilft vielleicht auch, Vorurteile abzubauen. Wir Psychos sind ganz normal, bis auf unsere St├Ârungen. Wir sind auch Menschen, wir ringen um "Normalit├Ąt"... Wir brauchen kein Mitleid, wir wollen nur akzeptiert werden wie alle "Kranken" auch.

Edit: Wir wollen so sein wie ihr. "normal". Darum geht es.

Der Beitrag wurde von Be bearbeitet: 29. Jun 2007, 23:17
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VirtualSelf
Beitrag 30. Jun 2007, 08:24
Beitrag #2


Vice Admiral
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QUOTE (Be @ Fri 29 June 2007, 23:58)
Edit: Wir wollen so sein wie ihr. "normal". Darum geht es.

Und du glaubst, dass das Sammeln von Technik-Schrott normal ist? mrgreen.gif

Dass unsere Gesellschaft insgesamt krank ist, erfahre ich zur Zeit t├Ąglich in meinem 1EUR-Job.
Ich bin etwas au├čen vor, weil ich nicht unbedingt arbeiten will, aber der Rest der Kollegen sucht H├Ąnde ringend Arbeit. Und unter denen sind welche, die sprechen vier Sprachen flie├čend, haben Lebensgeschichten zu erz├Ąhlen, da fehlen einem -im positiven Sinne- die Worte, k├Ânnen auf Berufserfahrungen zur├╝ckblickend, die jedem "Normalo" die Tr├Ąnen in die Augen treiben m├╝ssten, und dennoch finden sie nichts, ganz einfach, weil sie "alt" und/oder gesundheitlich leicht eingeschr├Ąnkt sind.
Am liebsten m├Âchte ich der Gesellschaft f├╝r ihre Dummheit in die Fresse hauen, dass sie Sch├Ątze an Erfahrung, Weisheit und auch Loyalit├Ąt einfach brach liegen l├Ąsst.
Das Sch├Âne ist, dass ich meine Wut momentan an den ARGE-Mitarbeitern vor Ort, welche meine Kolleg(inn)en wie Dreck behandeln, zum Teil abreagieren kann .... mrgreen.gif Bin dabei, einigen dieser durch und durch asozialen Typen sowas von eine reinzuw├╝rgen ... hrhrhr ...

Der Beitrag wurde von Deus Irae bearbeitet: 30. Jun 2007, 08:26


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Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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pana
Beitrag 30. Jun 2007, 08:48
Beitrag #3


Commodore
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QUOTE (Be @ Fri 29 June 2007, 23:58)
Bin immer noch zu Hause und warte auf einen Platz in der Klinik. Mittwochs habe ich Vorgespr├Ąch. Ich bin es einfach nicht mehr gewohnt, wegen meiner Krankheit ausgelacht zu werden wie von Pana.

Ich habe Dich nicht unbedingt ausgelacht. Da├č Du das nicht erkannt hast, zeigt mir, da├č Du noch ein weiteres Problem haben mu├čt.


QUOTE
Ich war mir gar nicht mehr bewusst, das psychische Krankheiten noch ein gewisses Stigma in der Gesellschaft haben.


Pers├Ânlich akzeptiere ich nicht alles als "Krankheit" oder "Sucht".


QUOTE
Es gibt so viele von uns im Schatten der Gesellschaft, sehr viele....


Das sage ICH seit Jahren hier und werde gew├Âhnlich von DIR daf├╝r immer ausgelacht. Aufwachen!


QUOTE
Und ich bewege mich seit Jahren in dieser "Subkultur".


So hart w├Ąre ich in meiner Einsch├Ątzung der TrekBBS nicht... mrgreen.gif


QUOTE
Wir Psychos sind ganz normal, bis auf unsere St├Ârungen. Wir sind auch Menschen, wir ringen um "Normalit├Ąt"... Wir brauchen kein Mitleid, wir wollen nur akzeptiert werden wie alle "Kranken" auch.


Wenn man genau nachforschen w├╝rde, k├Ânnte man bei jedem Mensch irgend ein Kr├Ąnkelchen feststellen.


QUOTE (Deus)
Dass unsere Gesellschaft insgesamt krank ist, erfahre ich zur Zeit t├Ąglich in meinem 1EUR-Job.


Das wei├č jeder Mensch, der etwas nachdenkt ├╝ber die Welt. Da immer mehr Leute Probleme mit dieser unmenschlichen Gesellschaft zu haben scheinen, fl├╝chten sich auch imemr mehr in Begriffe wie "Krankheit" oder "Sucht".

Damals hat man vielleicht noch einen kleinen Auftand oder Kampf begonnen, wenn man die Schnauze voll hatt. Vielleicht hat man es auch einfach nur ertragen. Die Methode der "Wohlstandsgesellschaft" ist es, solche Aufbegehren zu unterbinden und die Menschen ruhigzustellen, indem man ihnen etwas von Krankheiten oder S├╝chten erz├Ąhlt. Dann f├╝hlen sie sich schlecht und halten erst recht die Klappe...


QUOTE
Ich bin etwas au├čen vor, weil ich nicht unbedingt arbeiten will, aber der Rest der Kollegen sucht H├Ąnde ringend Arbeit. Und unter denen sind welche, die sprechen vier Sprachen flie├čend, haben Lebensgeschichten zu erz├Ąhlen, da fehlen einem -im positiven Sinne- die Worte...


Das ist die tolle "soziale Marktwirtschaft"...


QUOTE
Am liebsten m├Âchte ich der Gesellschaft f├╝r ihre Dummheit in die Fresse hauen, dass sie Sch├Ątze an Erfahrung, Weisheit und auch Loyalit├Ąt einfach brach liegen l├Ąsst...


Ich w├Ąre dabei.

Sobald es Be wieder etwas besser geht, wird er uns f├╝r unsere Worte auslachen... wink3.gif

Der Beitrag wurde von pana_sonix bearbeitet: 30. Jun 2007, 09:19
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Pedda
Beitrag 30. Jun 2007, 13:08
Beitrag #4


Fleet Captain
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QUOTE (Be @ Fri 29 June 2007, 23:58)
Ich war mir gar nicht mehr bewusst, das psychische Krankheiten noch ein gewisses Stigma in der Gesellschaft haben.

"Ein gewisses Stigma" ist eigentlich noch untertrieben, und es ist auch eine ordentliche Portion versch├Ąmte Heuchelei dabei. Obwohl ein erheblicher Teil der Bev├Âlkerung noch vor dem Alter zweitweilig oder chronisch von seelischen Krankheiten betroffen ist, findet eine Thematisierung entweder kaum statt - oder aber im Rahmen hysterischer Warnungen vor der angeblichen Pathologisierung von so genannten Stimmungsschwankungen.

Als ich selbst von 2005 bis 2006 anderhalb Jahre lang an Depressionen litt, waren mein Therapeut und zwei andere Betroffene, die ich (aus anderen Gr├╝nden) im Netz bzw. in Erfurt kennenlernte, praktisch die beiden einzigen, die mir wirklich vollstes Verst├Ąndnis entgegenbringen konnten oder wollten. Sogar meine Mutter und mein Bruder brauchten viele, viele Monate, um meinen Zustand zu akzeptieren. Fast alle anderen begriffen es damals nicht oder begreifen es bis heute nicht. Sie meinten, es ginge mir doch ganz gut (Freude am Studium usw.), rieten mir, sich nichts einreden zu lassen, oder gaben mir auf den Weg, dass jeder mal ein Tal durchschreite.

Das ist eben das T├╝ckische an diesen "unsichtbaren" Krankheiten. Wer sich einen Arm bricht, dem bringen alle Mitleid entgegen, dem wollen alle helfen, dem unterstellt niemand, nur herumzujammern. Wer hingegen psychisch erkrankt ist, zu einem - uuuh - Therapeuten geht oder gar - weiche, Satan! - die b├Âse Yuppie-Gl├╝ckspille Prozac nimmt, der kann sich bestenfalls auf Kalenderspr├╝che einstellen, schlimmstenfalls auf Verachtung.

Der Beitrag wurde von Pedda bearbeitet: 30. Jun 2007, 13:11
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Mad Hatter
Beitrag 30. Jun 2007, 14:49
Beitrag #5


Rear Admiral
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Hey, sind wir nicht alle ein bi├čchen Bluna?

Der Satz mit dem nix einreden zu lassen kann hin und wieder nicht schaden. Mir hat man jahrelang so lange was eingeredet bis ich wirklich einen anner Klatsche hatte. Das gibts n├Ąmlich auch! Ich traue keinem dieser Psychoscharlatane mehr ├╝ber den Weg. Die, die ich kenne haben fast alle selbst einen anner M├╝tze. Und sollte ich das Mistst├╝ck der Rheinischen Landes- und Hochschulklinik Essen zwischen die Finger kriegen, was vor mehr ca. 13 Jahren jeden Buchstaben meiner Worte einzeln umgedreht hat, ich w├╝rde ihr heute noch die Beine brechen. maja_grummel.gif
Los, meld dich du Schlampe! laugh.gif
Be, viel Gl├╝ck!

Der Beitrag wurde von Morrigan bearbeitet: 30. Jun 2007, 14:54


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Voivod
Beitrag 30. Jun 2007, 19:16
Beitrag #6


Admiral
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QUOTE (Pedda @ Sat 30 June 2007, 14:08)
"Ein gewisses Stigma" ist eigentlich noch untertrieben, und es ist auch eine ordentliche Portion versch├Ąmte Heuchelei dabei. Obwohl ein erheblicher Teil der Bev├Âlkerung noch vor dem Alter zweitweilig oder chronisch von seelischen Krankheiten betroffen ist, findet eine Thematisierung entweder kaum statt - oder aber im Rahmen hysterischer Warnungen vor der angeblichen Pathologisierung von so genannten Stimmungsschwankungen.

Stimmt schon, aber eben, ich war habe schon zwei ├╝ber zwei Jahre in Kliniken verbracht, viele meiner Freunde kenne ich aus dieser Zeit, f├╝r mich ist das sowas von "normal". Ausserdem sieht man uns Borderlinern die Krankheit auch von aussen an. (Zerschnittene Arme und Beine)

Ich finde den Gegentrend auch bedenklich, psychische Krankheiten einfach als leichte Stimmungsschwankungen etc. abzutun. Das habe ich fast ein Jahrzehnt gemacht, habe mich zusammengerissen und weiter so getan, als w├Ąr nix, bevor ich pl├Âtzlich in der Notaufnahme eines Krankenhauses aufgewacht bin und einfach nicht mehr "positiv denken konnte" und ein psychisches Wrack war. Das war vor ca. 12 Jahren, und seitdem k├Ąmpfe ich aktiv dagegen und habe akzeptiert, nicht ganz richtig zu ticken. Klinikaufenthalte habe ich einen bis zwei pro Jahr, ich finds ok, es ist ├ťberlebenshilfe. Obwohl, am meisten helfen schon die Medis, nicht die Therapie.

Nur selbst Betroffene k├Ânnen wirklich mitreden, der Rest sollte sich mit Urteilen zur├╝ckhalten und sich dar├╝ber freuen, dass ihnen die Sonne aus dem Arsch scheint. wink.gif
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Mad Hatter
Beitrag 30. Jun 2007, 20:18
Beitrag #7


Rear Admiral
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QUOTE (Be @ Sat 30 June 2007, 20:16)
Nur selbst Betroffene k├Ânnen wirklich mitreden, der Rest sollte sich mit Urteilen zur├╝ckhalten und sich dar├╝ber freuen, dass ihnen die Sonne aus dem Arsch scheint. wink.gif

Hehe, genau diese Aussage finde ich nicht richtig. Wie sollen Nichtbetroffene denn jemals einen Hauch von Verst├Ąndnis aufbringen k├Ânnen wenn man Ihnen immer wieder sagt "Du hast keine Ahnung"? B├Ąh, b├Ąh b├Ąh. Nat├╝rlich haben viele keine Ahnung, wie auch. Sie k├Ânnen einfach nichts und in keiner Weise nachvollziehen, geschweige denn verstehen und meinen wenn sie mit ihrem Latein am Ende sind man macht sich blo├č wichtig, will nur Aufmerksamkeit und soll sich mal zusammen rei├čen. Im weitl├Ąufigen Bekanntenkreis denke ich sind Leute die meinen die Weisheit mit L├Âffeln gefressen zu haben entbehrlich. Was die Familie betrifft, das ist bitter. Aber sind die nicht in erster Linie einfach blo├č hilflos und besorgt?

Mich hat man mal mit einer Einweisung losgeschickt in der "Psychogene Essst├Ârung, reaktive Depression" stand, in dieser Klappse meinten die dann das um "Dissoziale Pers├Ânlichkeitsst├Ârung" erweitern zu m├╝ssen. Die Verantwortlichen hatten den gr├Â├čten Hau von allen. Nach zwei Wochen bin ich get├╝rmt. Zum Gl├╝ck. Die "psychogene Essst├Ârung" hat sich nach Jahren dann als Schilddr├╝senerkranung rausgestellt, die Pers├Ânlichkeitsst├Ârung kann mir den Buckel runterrutschen (allerdings leiden darunter eher andere, deswegen kann ich wunderbar gut Reden schwingen).
Mir sind in dieser extremsten Zeit wenige Leute begegnet die sich negativ verhalten haben oder bl├Âde Spr├╝che gemacht h├Ątten. Schon gar nicht in der Familie. Im Gegenteil. Das kam und kommt von mir selbst. Ab und zu trete ich mir selbst in den Arsch, halte mich fern von anderen denen es ├Ąhnlich geht und bin froh dass mir die Sonne in den Arsch scheint. Ich kann aber immer nur sagen wie erstaunlich ich es finde (im positive Sinne) wenn Leute bereit sind sich helfen zu lassen und sogar selbst diesen Schritt unternehmen. Ich werd schon Iatrophob wenn ich nur daran denke, mich nochmal in so ein Labyrinth ziehen zu lassen.

Und ja, ich liebe "Monk"... laugh.gif

Der Beitrag wurde von Morrigan bearbeitet: 30. Jun 2007, 20:20


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Voivod
Beitrag 30. Jun 2007, 20:44
Beitrag #8


Admiral
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Ich kann nur von mir sprechen. Aber wenn eben ein Psychologe/Psychiater nie so durch die Scheisse gegangen ist, wie ein Betroffener es tut, dann kann er h├Âchstens ahnen, was in so einem kranken Kopf vorgeht. Es gibt sehr schlechte Psychologen/Psychiater, stimmt. Die besten sind diejenigen, die selbst genung Scheisse fressen mussten in ihrem Leben. Ich halte selbt nicht viel von der Psychologenspezies, aber es gibt einige gute drunter. Eben die, die selbst den gewissen "Background" haben.

Interessante Diagnose, die du da hast. Ich selbst bin endogen depressiver Borderliner kombiniert mit narzisstischer St├Ârung und Angstzust├Ąnden plus Alkohol-Cannabis-und Benzodiazipin-Abusus. Aber die Diagnose ├Ąndert sich je nach Psychoexperte! wink.gif Diese Einordnungen sind einfach ein Witz, denn der menschliche Geist ist eine Blackbox. Wenn ein Psychoexperte das schnallt, hat er schon mal den ersten Schritt getan. Es wird viel Mist geschwafelt in der Psychiatrie/Psychologie, und du bist anscheinend ein Opfer dieser nicht ganz sattelfesten Gilde, die aber seeeehr viel von sich h├Ąlt. Ich brauchte Jahre, um jemanden zu finden, bei dem ich das Gef├╝hl hatte: "Jawoll, der hat ne Ahnung!" Naja, Hauptsache er gibt mir meine Medis...

Wenn du keine Hilfe mehr brauchst, ist das sch├Ân f├╝r dich. Ich brauch sie noch, doch hoffe ich, auch mal ohne diese ganze Clique von Dummschw├Ątzern loszukommen. Es ist ein verdammtes Business, und es wird sehr viel Geld damit gemacht.

Ich denke, auch ein gesunder Mensch kann Verst├Ąndnis aufbringen, da hast du recht. Er kann nur nicht "nachvollziehen". Aber da hat er nichts daf├╝r. So gesehen ist meine obige Aussage unfair.

Der Beitrag wurde von Be bearbeitet: 30. Jun 2007, 20:45
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Mad Hatter
Beitrag 30. Jun 2007, 22:05
Beitrag #9


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Waaa, diese Katalogisierungen bringen mich immer wieder auf die Palme laugh.gif
Manchmal glaubt man die ├ärzte spielen "Wer kriegt die meisten Worte in seine Diagnose" Mir f├Ąllt dazu blo├č ein dass da wahrscheinlich ein Verdacht auf Diagnose vorliegt, kombiniert mit akutem Mumpitz. blink.gif
Das "Narzi├čtisch" ist so ein typisches Beispiel von Irref├╝hrung. Naja, ist halt alles etwas arg komplex. Ich kann mir vorstellen dass "heute" trotz der F├╝lle von Irrwegen und dem Umfang von Klassifizierungen besser "gearbeitet" werden kann. Manchmal ist man ja doch schon eingeschr├Ąnkt. Ich bin aber zu der ├ťberzeugung gelangt das manche Z├╝ge einer Pers├Ânlichkeits"st├Ârung" zu einer Pers├Ânlichkeit geh├Âren, ja sogar als Gabe aufgefasst werden k├Ânnen.
Das Manipulieren von anderen Menschen (eher m├Ąnnliche Menschen) hat mir mit Anfang 20 schon Spa├č gemacht. cool.gif

QUOTE
Interessante Diagnose, die du da hast.

tz, das sagst du weil du weit weit weg bist mrgreen.gif
Nee, im Ernst. Ich streite gar nicht ab das ich einen anner Murmel habe und sehe vom heutigen Standpunkt aus betrachtet schon dass sie derzeit nicht unbegr├╝ndet war, allerdings unvollst├Ąndig und nur anteilig. Wer wei├č wie lang sie geworden w├Ąre, w├Ąre ich da geblieben laugh.gif Man hofft ja jahrelang dass sich ein Spleen von selbst "ausw├Ąchst" (h├Ąufig w├Ąchst er blo├č an laugh.gif )


QUOTE
endogen depressiver Borderliner kombiniert mit narzisstischer St├Ârung und Angstzust├Ąnden plus Alkohol-Cannabis-und Benzodiazipin-Abusus


Angeber! wink.gif Da m├Âchte man doch glatt noch einen drauf setzen. laugh.gif Schickt mal alle hier zum Arzt, da kommt bestimmt einiges bei raus was einen eigenen Thread wert ist. tongue2.gif
Im Ernst, manche "Diagnosen" k├Ânnen einen glatt krank machen..

QUOTE
Ich kann nur von mir sprechen. Aber wenn eben ein Psychologe/Psychiater nie so durch die Scheisse gegangen ist, wie ein Betroffener es tut, dann kann er h├Âchstens ahnen, was in so einem kranken Kopf vorgeht. Es gibt sehr schlechte Psychologen/Psychiater, stimmt. Die besten sind diejenigen, die selbst genung Scheisse fressen mussten in ihrem Leben. Ich halte selbt nicht viel von der Psychologenspezies, aber es gibt einige gute drunter. Eben die, die selbst den gewissen "Background" haben.

Da stimme ich zu. Aber leider wei├č man nicht wie man solche Leute finden kann. Ich stell mir gerade vor wie man sich mit einem Block vor den Arzt setzt und ihn bittet doch erstmal von sich zu erz├Ąhlen, aber m├Âglichst in der Kindheit angefangen maja_grummel.gif mrgreen.gif

Jo, die Frau aus der Gilde hat sehr viel von sich gehalten. Die hat mich an eine ├╝bereifrige Kinderg├Ąrtnerin erinnert, die Kinder trickreich ausfragt woher sie die (harmlosen) blauen Flecken haben und sich dabei ungemein geistreich vorkommt.

Was mich fasziniert ist das was du von der Subkultur schreibst. Setzt man sich da nicht ungeheuren Triggergefahren aus? Ich war mal ne zeitlang auf dem "Schwarzen NRW"-board unterwegs. Man glaubt nicht wieviele in der Szene dem Klischee des depressiven Gruftis entsprechen. Uhaa, ich hoffe dass das nicht falsch r├╝ber kommt aber im Kollektiv machen mich diese Laute krank laugh.gif wink.gif Dagegen ist der gute Monk ein Beispiel an Normalit├Ąt laugh.gif

Der Beitrag wurde von Morrigan bearbeitet: 30. Jun 2007, 22:12


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pana
Beitrag 30. Jun 2007, 22:35
Beitrag #10


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QUOTE (Be @ Sat 30 June 2007, 21:44)
Es ist ein verdammtes Business, und es wird sehr viel Geld damit gemacht.

Exakt.

Und das Business l├Ąuft nur gut, wenn es m├Âglichst viele "Kunden" gibt...

Diese Leute wollen nicht wirklich helfen, unterstelle ich. Sie w├╝rden sich damit den Ast abs├Ągen, auf dem sie sitzen.
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Maxileen
Beitrag 30. Jun 2007, 22:56
Beitrag #11


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Oh, Psychotherapie-Erfahrungen, da kann ich auch einiges zu erz├Ąhlen.

Einige wissen's ja schon (Hallo Pedda, Hallo Stra├čenbahnfahrer *g*), ich hab Anfang des Jahres drei Monate station├Ąre Psychotherapie in Erlangen (Hallo Bir'kher) durchlebt, und das war alles andere als lustig, vor allem, weil ich mich gegen die Therapeuten zur Wehr setzen musste, die ich doch ziemlich zur Verzweiflung brachte mit meiner Sturheit (sorry, ich bin halt so, wenn die nicht mit bockigen Leuten k├Ânnen sollten sie halt den Beruf wechseln). Am Ende habe ich (unter anderem) die v├Âllig absurde Diagnose "Posttraumatische Belastungsst├Ârung" bekommen, obwohl ich niemals irgendwelche Traumata durchlebt habe. Und dann habe ich's mir noch mit meinem Einzeltherapeuten und dem Stationsleiter (war beides derselbe) verscherzt, weil ich mich angeblich nicht schnell genug darum bem├╝ht habe, danach einen ambulanten Therapeuten zu finden (was auch nicht leicht ist, hab erst jetzt, nach drei Monaten einen gefunden, und wann ich da anfangen kann steht auch noch in den Sternen).

Daf├╝r habe ich einige erschreckende Dinge von meinen Mitpatienten erfahren, die man sonst nur aus dem Fernsehen oder aus schlechten Krimis kennt (eine wurde von ihrer Mutter als Kind f├╝r sexuelle Handlungen verkauft, eine andere jahrelang von einem Verwandten missbraucht, einige hatten ziemlich extrem Selbstmordversuche hinter sich etc.), dagegen kam ich mir mit meinen Kontaktproblemen, meinem ADS und den zeitweise depressiven Phasen (obwohl die mir in der Klinik klar gemacht haben, dass ich nicht depressiv bin - daf├╝r habe ich wohl auch immer noch zu viel Energie) oft ziemlich gesund vor.

Nun ja, jedenfalls war mein Fazit aus diesen drei Monaten: Ein vergeudetes Semester, ein Viertel Lebensjahr dahin, ein paar nette Leute kennen gelernt, einen Haufen unf├Ąhige Therapeuten miterlebt und bei der L├Âsung meiner Probleme keinen Schritt weiter gekommen (weil ich ja angeblich nicht wollte). Eine station├Ąre Therapie mache ich jedenfalls nie wieder mit, h├Âchstens noch eine ambulante - und da den passenden Therapeuten zu finden ist schon stressig genug.

Vielleicht sollte ich auf Psychologie umsatteln, es gibt immer noch viel zu wenige f├Ąhige Psychotherapeuten. Und als "K├╝chenpsychologe" mit zahlreichen Selbstdiagnosen habe ich inzwischen auch schon reichlich Erfahrung biggrin.gif Und die Jobaussichten sind bestimmt auch besser als bei den Arch├Ąologen. Trotzdem, ich buddel einfach so gerne in der Erde und grabe lieber alte Tont├Âpfe aus als die Probleme anderer Leute.


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"We can't prevent what we can't predict."
(Mary Alice Young, "Desperate Housewives" 3.07: "Bang")
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Beitrag 30. Jun 2007, 23:32
Beitrag #12


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Ha!
Ich bin anscheinend der einzige Normale hier! (pana z├Ąhlt ja nicht wegen seinesSammel-Spleens ..)
Das gibt so ein geilen ├ťberlegenheits-Kick ... mrgreen.gif

QUOTE (Schatzi)
Das Manipulieren von anderen Menschen (eher m├Ąnnliche Menschen) hat mir mit Anfang 20 schon Spa├č gemacht.


Hey, M├Ąnner sind i.d.R. keine wirklichen Gegner! Sich mit Schw├Ącheren messen, macht keinen Spa├č .. wink.gif

Richtig lustig wird es, wenn man den Weibern die Illusion l├Ąsst, sie h├Ątten einen manipuliert, und damit den Spie├č umdreht mrgreen.gif


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Voivod
Beitrag 30. Jun 2007, 23:54
Beitrag #13


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QUOTE (pana_sonix @ Sat 30 June 2007, 23:35)
QUOTE (Be @ Sat 30 June 2007, 21:44)
Es ist ein verdammtes Business, und es wird sehr viel Geld damit gemacht.

Exakt.

Und das Business l├Ąuft nur gut, wenn es m├Âglichst viele "Kunden" gibt...

Diese Leute wollen nicht wirklich helfen, unterstelle ich. Sie w├╝rden sich damit den Ast abs├Ągen, auf dem sie sitzen.

Diese Unterstellung ist nat├╝rlich grundfalsch. Aber viele der Psycholgenspezies sind einfach unf├Ąhig. Der Helferkomplex reicht nicht aus. Es braucht Einf├╝hlungsverm├Âgen und sowas wie "Talent" f├╝r diesen Beruf.. Sowas kann man nicht lernen. Aber die Medis helfen wirklich! Danke chemische Industrie.... Danke Temesta, du bist mein Retter.
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Voivod
Beitrag 1. Jul 2007, 00:15
Beitrag #14


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Temesta unser
Deine Wirkung komme
Dein Wille geschehe
Wie in der Realit├Ąt, so auch im Wahn
Unsere t├Ągliche Ausgeglichenheit gib uns uns uns heute
Und auch wir fressen dich in Unmengen
Weil du uns geistigen Frieden gibst
Und vergib uns unser Sucht
Denn unsere Sucht h├Ąlt uns am Leben
Wie in in der Realit├Ąt, so auch in in Wahnphasen
Und vergib uns unsere Abh├Ąngigkeit
Denn auch wir fressen dich bis zum Exzess
Wie im Wahn, so auch in der Realit├Ąt
Denn dein ist die Gesundheit, und die Gll├╝ckseeligkeit, und der geistige Frieden
Wie im Himmel, den es nicht nicht, sondern auch in der H├Âlle, die Realit├Ąt heisst
Amen

(alter Borderlinerwitz)
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Mad Hatter
Beitrag 1. Jul 2007, 00:17
Beitrag #15


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QUOTE (Hasi @ Sun 1 July 2007, 00:32)
Richtig lustig wird es, wenn man den Weibern die Illusion l├Ąsst, sie h├Ątten einen manipuliert, und damit den Spie├č umdreht mrgreen.gif

Soweit muss man es gar nicht erst kommen lassen. laugh.gif
Bei zweien hab ich heute sogar ein schlechtes Gewissen, ein kleines bi├čchen jedenfalls, naja, sagen wir ich hatte es mir vorgenommen. mrgreen.gif

Aber sich gegenseitig in den Wahnsinn zu treiben kann doch auch Spa├č machen mrgreen.gif

Der Beitrag wurde von Morrigan bearbeitet: 1. Jul 2007, 00:21


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Voivod
Beitrag 1. Jul 2007, 00:33
Beitrag #16


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Ich mache gerne Witze ├╝ber die ganze Scheisse, aber in Wirklichkeit ist es einfach nur die H├Âlle. Das Leiden ist m├Ąchtig, ├╝berm├Ąchtig. Ich habe keinen Bock drauf. Ich will nur, das es endet. DAS hat niemand verdient. Das Leid wird Teil des Lebens, aber es ist niemals verkraftbar. Es tut einfach zu weh. Leid geh├Ârt zum Leben, und ich habe mir schon viele Gedanken dar├╝ber gemacht. Aber wir sind nicht nur zum Leiden geboren, wir brauchen auch gl├╝ckliche Momente. Sonst stirbt der Mensch.
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Beitrag 1. Jul 2007, 00:34
Beitrag #17


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QUOTE (Morrigan @ Sun 1 July 2007, 01:17)
Aber sich gegenseitig in den Wahnsinn zu treiben kann doch auch Spa├č machen mrgreen.gif

Hehe ... f├╝r dich ist der Weg in den Wahnsinn ja nicht mehr so weit ... borg.gif wink.gif


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Mad Hatter
Beitrag 1. Jul 2007, 00:41
Beitrag #18


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QUOTE (Deus Irae @ Sun 1 July 2007, 01:34)
Hehe ... f├╝r dich ist der Weg in den Wahnsinn ja nicht mehr so weit ...  borg.gif  wink.gif

Der Routenplaner schreibt 368 km mrgreen.gif

Be, was meinst du zu meiner Frage mit der Subkultur und dem Trigger?

Der Beitrag wurde von Morrigan bearbeitet: 1. Jul 2007, 00:42


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Voivod
Beitrag 1. Jul 2007, 00:45
Beitrag #19


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Naja, wenigstens sorgt die ganze Psychoscheisse f├╝r Traffic. Suffer well.
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Voivod
Beitrag 1. Jul 2007, 00:52
Beitrag #20


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Edit Morrigan: Es ist nur logisch, dass sich Psychos vom Rest der Gesellschaft abgrenzen, weil sie von dieser nur zus├Ątzliche Verachtung erfahren.

Trigger? Ein Trigger ist ein Ereignis, dass bei einem psychisch Kranken zur Verst├Ąrkung der Symptome f├╝hrt. Eine orangene Wand gen├╝gt, um bei gewisssen Leuten eine Krise auszul├Âsen. Mehr dazu vielleicht morgen, bin nicht mehr ganz so fit. F├╝r mich ist schon eine verdammte Statue einer verdammter Meerjungfrau ein verdammter Trigger, der mich dazu treibt, mich zu verschnippeln. Verdammt....
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Voivod
Beitrag 1. Jul 2007, 01:20
Beitrag #21


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Es ist einfach h├Âllisch. Reicht das nicht? Es sind unerkl├Ąrliche Spannungszus├Ąnde, die zu irrationalem selbstzerst├Ârischen Verhalten f├╝hren. Man rammt sich in ein Messer in den Arm. Man f├╝hlt sich gut dabei. Man f├╝hlt keinen Schmerz. Bis man sich den Scheiss zusammen n├Ąhen lassen muss, wenn man wieder klar wird. Es ist krank. Ich will den Scheiss nicht mehr. Goodbye. Ich melde mich aus der Klinik, falls das klappt. Hugz!
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Adm. Ges
Beitrag 1. Jul 2007, 10:58
Beitrag #22


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So, ich hab die Diskussion nach mehreren Wunsch├Ąu├čerungen mal abgetrennt.

@Be, du kannst dir gerne einen anderen passenderen Threadtitel ausdenken.


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Mad Hatter
Beitrag 1. Jul 2007, 11:20
Beitrag #23


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Hm, klar grenzt man sich irgendwann von "Normalen" ab weil Betroffene einen besser verstehen, aber mir kommt das wie eine Falle vor. Kollektivsensibilisierung, kommt aber nat├╝rlich auch auf die Leute an. Gutes Gelingen, Be!


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Bir'kher
Beitrag 1. Jul 2007, 22:31
Beitrag #24


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Dimmdidimm. Hmm... Aus meinem Lebenslauf raus m├╝sste ich eigentlich n Super-Psychologen abgeben. Oder selber zu einem gehen, wie es mir eine meiner Dozentinnen nach meiner Ausbildung geraten hat. Ich ├╝berlege selbst noch, ihrem Rat zu folgen. Sie selbst hat das anscheinend daraus geschlossen, weil ich phasenweise keinen Bock hatte, die d├╝mmsten Fragen von ihr zu beantworten. Wenn dann aber ne intelligente Frage von ihr kam, f├╝hlte ich mich nat├╝rlich herausgefordert und hab die Frage beantwortet. Daraus folgerte sie, dass ich irgendein Problem haben m├╝sse. Als sie dann bei meiner Examensfeier meine Mutter kennengelernt hat, hat sie nat├╝rlich nach meiner Vorgeschichte gefragt. Meine Mutter hat ihr dann gesagt, dass sich meine Eltern, als ich sieben war, scheiden lie├čen, dass mein Vater sich, als ich 19 war, selbst umgebracht hat usw... Naja, das ich ihr das nicht erz├Ąhlt habe, war anscheinend Grund genug f├╝r sie, mir den Rat mit dem Psychologen zu geben.
Vielleicht hat sie ja Recht, vielleicht habe ich das ganze nicht verarbeitet, vielleicht hab ich deswegen eine gewisse Kontaktscheue, vielleicht hole ich deswegen nicht das aus mir raus, was ich k├Ânnte. Aber trotzdem, wenn ich in der Form keinen ausreichenden Leidensdruck versp├╝re, warum sollte ich dorthin gehen? Mag sein, dass ich dort Hilfe bekommen w├╝rde. Aber ich verstehe nicht, wie sie aussehen sollte. Sagt mir der Psychologe dann, dass alles gut ist und ich h├╝pfe gl├╝cklich und zufrieden wieder aus der Praxis raus? Das ist doch Quatsch.

Was lernen wir aus dem ganzen Mist hier? Latent haben alle einen an der Klatsche. Prost!


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VirtualSelf
Beitrag 2. Jul 2007, 06:20
Beitrag #25


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QUOTE (Bir'kher @ Sun 1 July 2007, 23:31)
Was lernen wir aus dem ganzen Mist hier? Latent haben alle einen an der Klatsche. Prost!

Wenn das Verweigern einer Beantwortung dummer und d├╝mmster Fragen (wobei das "Dumm" aus Sicht des Fragenden zu beurteilen ist) als ein Indiz f├╝r einen psychischen Defekt gilt, dann auf jeden Fall.
mrgreen.gif


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Rusch
Beitrag 2. Jul 2007, 09:34
Beitrag #26


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QUOTE (Be @ Sat 30 June 2007, 20:16)
QUOTE (Pedda @ Sat 30 June 2007, 14:08)
"Ein gewisses Stigma" ist eigentlich noch untertrieben, und es ist auch eine ordentliche Portion versch├Ąmte Heuchelei dabei. Obwohl ein erheblicher Teil der Bev├Âlkerung noch vor dem Alter zweitweilig oder chronisch von seelischen Krankheiten betroffen ist, findet eine Thematisierung entweder kaum statt - oder aber im Rahmen hysterischer Warnungen vor der angeblichen Pathologisierung von so genannten Stimmungsschwankungen.

Stimmt schon, aber eben, ich war habe schon zwei ├╝ber zwei Jahre in Kliniken verbracht, viele meiner Freunde kenne ich aus dieser Zeit, f├╝r mich ist das sowas von "normal". Ausserdem sieht man uns Borderlinern die Krankheit auch von aussen an. (Zerschnittene Arme und Beine)

Meine Schw├Ągerin hat Sozialp├Ądogogik studiert und das Thema in ihrer Diplomarbeit ging es um selbst-verletzendes Verhalten. Das was ich so ├╝ber diesen Weg erfahren habe war ziemlich heftig.

Sie ist jetzt gerade dabei, sie zu bewerben - unter anderem auch in einem Heim f├╝r Boarderliner.

Sehr krass fand ich die Angabe der Ursachen, aber dazu schreibe ich nichts weiter. Das sei Dir ├╝berlassen.

Ansonsten hast Du nat├╝rlich recht: Wir haben verdammt wenig Ahnung, wie Du Dich f├╝hlst und was Da so in Dir abgeht. Ich kann nur sagen, dass ich aus Deinen Postings heraus dies nie vermutet h├Ątte. Ich hoffe aber, dass es Dir bald besser geht.


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pana
Beitrag 2. Jul 2007, 09:38
Beitrag #27


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QUOTE (Rusch @ Mon 2 July 2007, 10:34)
Sehr krass fand ich die Angabe der Ursachen, aber dazu schreibe ich nichts weiter. Das sei Dir ├╝berlassen.

Mich w├╝rde das einmal interessieren, vor allem, ob die Ursachen auf mich glaubhaft wirken.
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felix
Beitrag 2. Jul 2007, 10:38
Beitrag #28


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QUOTE (pana_sonix @ Mon 2 July 2007, 10:38)
ob die Ursachen auf mich glaubhaft wirken.

laugh.gif Und wenn nich? Erkennst du ihm den Borderliner-Status ab?
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pana
Beitrag 2. Jul 2007, 10:51
Beitrag #29


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QUOTE (felix @ Mon 2 July 2007, 11:38)
QUOTE (pana_sonix @ Mon 2 July 2007, 10:38)
ob die Ursachen auf mich glaubhaft wirken.

laugh.gif Und wenn nich? Erkennst du ihm den Borderliner-Status ab?

Mir ist es egal, welchen Status die Leute sich selbst geben oder geben lassen.

Mich w├╝rden die vorgebrachten Ursachen interessieren.
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Rusch
Beitrag 2. Jul 2007, 11:14
Beitrag #30


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QUOTE (pana_sonix @ Mon 2 July 2007, 11:51)
QUOTE (felix @ Mon 2 July 2007, 11:38)
QUOTE (pana_sonix @ Mon  2 July 2007, 10:38)
ob die Ursachen auf mich glaubhaft wirken.

laugh.gif Und wenn nich? Erkennst du ihm den Borderliner-Status ab?

Mir ist es egal, welchen Status die Leute sich selbst geben oder geben lassen.

Mich w├╝rden die vorgebrachten Ursachen interessieren.

Ich w├╝rde mal sagen, dass die Tatsache, dass er, wie Be sagt, schon mehrfach in Behandlung war, beweis genug ist. Man bekommt keinen Platz in so einem Heim ohne Grund. Nat├╝rlich kannst Du jetzt sagen, dass Du keinen Beleg hast, ob die Aussage wahr ist. Wenn Du aber diesen Ma├čstab ansetzt, dann m├╝sstest Du alle Boardmitglieder hinterfragen. Und wenn Du so tickst, dann w├Ąrest Du selbst ein Kanditat f├╝r Betreuung. mrgreen.gif

Aber im Ernst: Die gr├╝nde f├╝r solche Psychosen sind wirklich sehr heftig und bitte ├╝berlasse es Be selbst dar├╝ber zu schreiben, wenn er dazu bereit ist.


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Mad Hatter
Beitrag 2. Jul 2007, 12:11
Beitrag #31


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Ich mag da teilweise (zumindest im Ansatz) widersprechen, Ursachen m├╝ssen nicht in jeden Fall extrem "heftig" sein. Also nicht jeder wurde zwangsweise mi├čbraucht oder sonstwie in die Richtung gequ├Ąlt. Da bringen Spekulationen nix. Die Mischung ist komplex und Forscher glauben dass bestimmte Faktoren vorhanden sein m├╝ssen. Diese Faktoren teilen sich aber noch zigmal auf. Es ist noch nicht mal gesagt dass jeder "seine Ursache" in vollem Umfang begreifen kann. Und von "glaubhaft" zu sprechen find ich sehr merkw├╝rdig. Vor allem da sich f├╝r uns neurologische und biochemische Dysfunktionen nicht unbedingt anschaulich darlegen lassen. Wie der Corsi schon schrieb, ne gebrochene Haxe ist eindeutig belegbar.

Der Beitrag wurde von Morrigan bearbeitet: 2. Jul 2007, 12:12


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pana
Beitrag 2. Jul 2007, 12:33
Beitrag #32


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Ich sehe es wie Morrigan.

Ansonsten war es weniger meine Absicht, die Qualen des Herrn Be und anderer Leute anzuzweifeln.

Ich sehe in erster Linie die kranke Gesellschaft als Ursache für solche Probleme. Diese Diagnose wird es seitens der Ärzte allerdings kaum geben, das würde wohl zu weit gehen.

Also wird etwas Allgemeines gelabert und geblubbert, so wie es auch der Fall ist, wenn wieder mal ein Sch├╝ler in einer Schule 20 Leute erlegt oder wenn irgend ein Terrorist einen Anschlag ver├╝bt.

Solange die Ursachen nicht wirklich erkannt, beim Namen genannt und bek├Ąmpft werden, ├Ąndert sich nichts an der Situation. Meine Prognose: Es wird schlimmer werden.
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Matt
Beitrag 2. Jul 2007, 13:37
Beitrag #33


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blink.gif Nachdem ich nach (zugegeben!) langer (zu langer?) Zeit, mal wieder in die BBS reingeschaut habe, und meinen Hang zu Schachtels├Ątzen, m├Âgen sie auch noch so logisch aufgebaut sein, nach wie vor nicht ├╝berwunden habe, bin ich doch glatt ├╝ber diesen Thread hier gestolpert und war erst einmal sprachlos. Chapeau jedenfalls f├╝r die Offenheit, ├╝ber dieses Thema zu sprechen, vor allem an Be! smile.gif

blink.gif Und noch einmal bem├╝he ich diesen Smiley, denn ein wirklich ziemlich beunruhigender Zufall wollte es, dass ich gestern Abend nach langer Zeit mal wieder mit einer guten Freundin telefoniert habe (geschlagene zwei Stunden lang), wo wir unter anderem genau ├╝ber *dieses* Thema sprachen. Genauer gesagt ├╝ber "Borderliner". Anlass war eine gemeinsame Bekannte, die sich nach vielen Jahren mal wieder gemeldet hat, nachdem sie (offenbar erfolgreich) nach "Selbsteinweisung" eine mehrmonatige station├Ąre Therapie ├╝berstanden hatte. Allerdings hatte sie (sie wohnt ├╝brigens in Ulm) das nicht zu untersch├Ątzende Gl├╝ck, dass ihr Lebensgef├Ąhrte die ganze Zeit zu ihr gehalten hat und ihr sozusagen Halt gibt. Wer dieses psychische Tal v├Âllig ohne Vertrauenspersonen durchschreiten muss, hat es ungleich schwerer. Au├čerdem erz├Ąhlte mir die gute Freundin, dass sie auf Arbeit einen Praktikanten h├Ątte, der durch fiese Narben auf den Oberarmen auff├Ąllt und es v├Âllig offensichtlich w├Ąre, dass er auch solche Probleme h├Ątte. Daraufhin sprachen wir auch dar├╝ber, dass "Borderlining" (in seinen verschiedenen Auspr├Ągungen) gar kein so seltenes Ph├Ąnomen ist, wie die Totschweigerei in der Gesellschaft einen manchmal glauben l├Ąsst, und dass unsere gemeinsame Bekannte unter anderem auch dadurch Kraft gesch├Âpft hat, dass sie w├Ąhrend ihrer Therapie Kontakt zu Leidensgenossen hatte und mit ihnen gemeinsam und mit gro├čer Offenheit Erfahrungen austauschen konnte.

blink.gif Und dann komme ich in die TrekBBS und lese diesen Thread...

Ich w├╝nsche Be auf jeden Fall alles nur erdenklich Gute und m├Âglichst f├Ąhige Therapeuten (ja, die gibt es auch!) Wir freuen uns alle aufs Liveblogging aus der Klinik. wink.gif

Schlie├člich will ich auch noch meine eigenen Erfahrungen mit Psycho-Fritzen zum Besten geben. Diese waren jedoch durchweg positiv und beweisen, dass sich in der Branche nicht nur Scharlatane herumtreiben. Allerdings war mein Problem auch vergleichsweise harmloser Natur: Bedingt durch meinen leichten Hang zur Stotterei hatte ich vor einigen Jahren so etwas wie eine Kontaktschw├Ąche entwickelt, quasi aus der unterbewussten Angst heraus, ausgelacht zu werden. Nach nur wenigen Therapiestunden und einigen wirklich konstruktiven Gespr├Ąchssitzungen konnten wir jedoch gemeinsam einen "Plan" entwickeln, wie man das Problem in den Griff kriegen k├Ânnte. Ich bin heute zwar wei├č Gott nicht extrovertiert, habe aber auch keine Probleme mehr, auf fremde Menschen zuzugehen und mit ihnen zu kommunizieren. Das nenne ich mal einen Erfolg. M├Âge es anderen auch so positiv ergehen!

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 2. Jul 2007, 13:42


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VirtualSelf
Beitrag 2. Jul 2007, 15:04
Beitrag #34


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QUOTE (pana_sonix @ Mon 2 July 2007, 13:33)
Ich sehe es wie Morrigan.

Wer nicht? (Btw: Schade, dass du nicht aussiehst wie Morri)

Als Ex-Schwager eines Noch-Psychotikers wei├č ich nur zu gut um die Beliebigkeit vieler Diagnosen, das wilde Herumgerate der Psychologen und deren Unf├Ąhigkeit, eine zielf├╝hrende Therapie in Angriff zu nehmen.
Bei einem bin ich mir allerding 100% sicher: mein Ex-Schwager hat keine schwerere Kindheit gehabt, als der durchschnittliche Jugendliche. Dort nach Ursachen zu suchen, w├Ąre IMO v├Âllig ineffizient und w├╝rde letztlich ohne eindeutiges Ergebnis bleiben.

Wie unterscheidet man eigentlich einen echten Borderliner von einem Mode-Ritzer?
Worauf ich hinaus will: gibt es Untersuchungen dazu, wie/ob die Diagnose "Borderline" quantitativ mit der Diskussion des Ph├Ąnomens in irgendwelchen Foren korreliert?

Der Beitrag wurde von Deus Irae bearbeitet: 2. Jul 2007, 16:21


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Beitrag 2. Jul 2007, 15:38
Beitrag #35


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QUOTE (Deus Irae @ Mon 2 July 2007, 16:04)
QUOTE (pana_sonix @ Mon 2 July 2007, 13:33)
Ich sehe es wie Morrigan.

Wer nicht? (Btw: Schade, dass du nicht aussiehst wie Morri)

Als Ex-Schwager eine Noch-Psychotikers wei├č ich nur zu gut um die Beliebigkeit vieler Diagnosen, das wilde Herumgerate der Psychologen und deren Unf├Ąhigkeit, eine zielf├╝hrende Therapie in Angriff zu nehmen.
Bei einem bin ich mir allerding 100% sicher: mein Ex-Schwager hat keine schwerere Kindheit gehabt, als der durchschnittliche Jugendliche. Dort nach Ursachen zu suchen, w├Ąre IMO v├Âllig ineffizient und w├╝rde letztlich ohne eindeutiges Ergebnis bleiben.

Wie unterscheidet man eigentlich einen echten Borderliner von einem Mode-Ritzer?
Worauf ich hinaus will: gibt es Untersuchungen dazu, wie/ob die Diagnose "Borderline" quantitativ mit der Diskussion des Ph├Ąnomens in irgendwelchen Foren korreliert?

Je mehr ich mich in die Thematik einarbeite (ich stehe ziemlich am Anfang), desto mehr bin ich ├╝berzeugt, das die Psychologie im besten Fall eine Metawissenschaft ist, die ihrem Ende entgegen geht.
Da selbst ich bei "Selbsttests", vorzugsweise in Zeitschriften oder bei Recherchen auf Wiki, mehrere Symptome erf├╝lle, kann nur geschlossen werden das diese Kriterien einfach in gro├čem Ma├če wachsweich sind. Nat├╝rlich w├Ąre es m├Âglich das ich an einer, zwei oder drei dieser Krankheiten leide. Aber an 10 bzw 20 zu leiden und immer noch so lebensf├Ąhig zu sein ist dann doch unwahrscheinlich.
Um die relativ weichen Kriterien dann wenigstens etwas zu vertuschen wird dann, ├Ąhnlich wie in meinem Fach, mit einer gek├╝nstelt abgehobenen Sprache inflation├Ąr um sich geschmissen.

Gleichzeitig kommt dabei in Studien kommt immer mehr zum Ausdruck, dass solche Pers├Ânlichkeitsst├Ârungen existieren und im Gehirn nachweisbar sind. Diese St├Ârungen also eine reale Ursache haben, also man nicht zum "Seelenklempner" muss. Das wird dazu f├╝hren das (etwas flapsig ausgedr├╝ckt) die falsche Verkabelung im Gehirn, in Zukunft entweder durch chemische oder mechanische Eingriffe in das Gehirn behebbar sein werden.


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Matt
Beitrag 2. Jul 2007, 15:51
Beitrag #36


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@Br├╝hn: Wenn man nicht an die Existenz einer "├╝bernat├╝rlichen" Institution wie die Seele glaubt, dann ist ALLES, was unseren K├Ârper betrifft, nur eine Frage komplexer (und potenziell gest├Ârter) biochemischer Vorg├Ąnge. Und solange man diese medizinisch nicht en d├ętail versteht, so dass gezielt mechanisch oder chemisch eingegriffen werden kann, ohne blo├č die Symptome statt der Ursachen zu bek├Ąmpfen, muss man sich bereits existierender Methoden beflei├čigen. Und dazu z├Ąhlt vieles, was du unter "wachsweich" subsummierst.

Welche Art Pl├Ądoyer soll dein Beitrag eigentlich sein? Gegen Psychologie? Und wenn ja, wieso? Wenn ich deinen Gedanken weiterdenke, dann ist jedwede "unfertige", weil nicht komplett verstandene, Methodik abzulehnen, da sie m├Âglicherweise nur ungenau konkrete Probleme l├Âsen kann. Andererseits: Die Medizin von vor 50 Jahren wirkt aus heutiger Sicht archaisch, und dennoch war sie damals das einzige, was es gab, um einem Patienten seine Beschwerden zumindest zu lindern. H├Ątte man damals lieber auf eine Behandlung verzichten sollen mit dem Hinweis, die wenigen vorhandenen M├Âglichkeiten seien unzureichend und erst in vielen Jahren k├Ânnte man das konkrete Problem "wirklich" l├Âsen?

Oder um mal wieder Star Trek zu bem├╝hen: In "The Voyage Home" sorgt McCoy daf├╝r, dass einer Patientin eine neue Niere (?) w├Ąchst. Eine M├Âglichkeit, die wir heute nicht haben. Sollten wir deshalb also Dialyse komplett verbieten? Mit dem Hinweis, dass sie doch das eigentliche Problem nicht l├Âst, sondern nur "vor sich her schiebt"?

Fakt ist, dass psychologische Betreuung nachweislich einen positiven Effekt haben kann. Nicht in jedem Fall. V├Âllig klar. Dass die gegenw├Ąrtigen Methoden ob der Komplexit├Ąt des menschlichen Gehirn noch am Anfang stehen, ist klar, aber das rechtfertigt nicht, die vorhandenen Behandlungsmethoden zu verteufeln, auch wenn man sicherlich in einem Jahrhundert r├╝ckblickend ├╝ber diese Methoden schmunzeln wird.

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 2. Jul 2007, 16:05


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Beitrag 2. Jul 2007, 16:02
Beitrag #37


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QUOTE (Deus Irae @ Mon 2 July 2007, 16:04)
Wie unterscheidet man eigentlich einen echten Borderliner von einem Mode-Ritzer?
Worauf ich hinaus will: gibt es Untersuchungen dazu, wie/ob die Diagnose "Borderline" quantitativ mit der Diskussion des Ph├Ąnomens in irgendwelchen Foren korreliert?

Laut eben dieser o. g. Faktoren (ich erinnere mich vage dass es drei gewesen sein sollen und bin ganz ehrlich gerade zu faul um es nachzulesen maja_grummel.gif Einer hie├č glaub ich "Umweltfaktor") ist wohl schon festgelegt was die Diagnose sichern soll. Und dann gibts da halt oberbeggriffene 2 Typen. (Impulsiv und Bordie)
Die erw├Ąhnten "heftigen" Erlebnisse sind Traumen die nicht immer Missbrauch oder ├Ąhnliches sein m├╝ssen. Scheidung und Tod k├Ânnen genauso Trauma sein. Ich glaub das wird auch nochmal unterteilt pinch.gif

Der Begriff "Mode-Ritzer" triffts f├╝r mich echt gut. Ich hab mich mal mit einem Betroffenen total in die Haare gekriegt weil ich ihn benutzt hab cool.gif
IMO gibts da massig Teenies die blo├č ein Aufmerksamkeitsdefizit haben oder sich wichtig machen wollen...

Der Beitrag wurde von Morrigan bearbeitet: 2. Jul 2007, 16:03


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Matt
Beitrag 2. Jul 2007, 16:12
Beitrag #38


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@Morrigan: Ein Aufmerksamkeitsdefizit kann man durchaus mit "Ritzen" zu kompensieren versuchen. Wenn es aber so weit ist, dass man zu diesen Mitteln greift, dann w├╝rde ich daf├╝r nicht zynisch den Begriff "Mode" benutzen, sondern von einer psychischen St├Ârung ausgehen. Nur um sich "wichtig zu machen", wie du schreibst, verst├╝mmelt man sich nicht freiwillig selbst. Daf├╝r gibt es gen├╝gend andere M├Âglichkeiten.

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 2. Jul 2007, 16:13


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Beitrag 2. Jul 2007, 16:32
Beitrag #39


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QUOTE (Matt @ Mon 2 July 2007, 16:51)
Welche Art Pl├Ądoyer soll dein Beitrag eigentlich sein? Gegen Psychologie? Und wenn ja, wieso? Wenn ich deinen Gedanken weiterdenke, dann ist jedwede "unfertige", weil nicht komplett verstandene, Methodik abzulehnen, da sie m├Âglicherweise nur ungenau konkrete Probleme l├Âsen kann. Andererseits: Die Medizin von vor 50 Jahren wirkt aus heutiger Sicht archaisch, und dennoch war sie damals das einzige, was es gab, um einem Patienten seine Beschwerden zumindest zu lindern. H├Ątte man damals lieber auf eine Behandlung verzichten sollen mit dem Hinweis, die wenigen vorhandenen M├Âglichkeiten seien unzureichend und erst in vielen Jahren k├Ânnte man das konkrete Problem "wirklich" l├Âsen?

1. Absatz 1. Satz: "eine Metatheorie, die ihrem Ende entgegen geht".

Psychologie wird IMO v├Âllig ├╝bersch├Ątzt*. Und in eine Art Kategorie "reden mit Gott" gehoben. Zumindest vermittelt sich mir manchmal der Eindruck beim lesen einschl├Ągiger B├╝cher. Wenn man mit den betroffenen Personen reden w├╝rden, w├╝rden sie nat├╝rlich Stein und Bein schw├Âren Atheist zu sein.

Ich halte die meisten Psychiater f├╝r Scharlatane, die den Leuten das Geld abkn├Âpfen wollen. Und wie ich bereits sagte sind die Kriterien f├╝r Krankheiten wachsweich. Daher kann man jedem Menschen eine psychische Krankheit aufschwatzen. Das ist gut, so kann man n├Ąmlich von jedem Geld haben. Vgl. hierzu auch Morrigans Beitrag.


*Logisch zu Ende gedacht w├╝rde es n├Ąmlich bedeuten das jedes einst├╝ndige Gespr├Ąch dein Gehirn massiv ver├Ąndern w├╝rde. Wir erinnern uns an die nachweisbaren "falschen Verkabelungen" im Gehirn.


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Beitrag 2. Jul 2007, 16:35
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├ätt Matt (Gl├╝ckwunsch zur baldigen Verm├Ąhlung):
Nat├╝rlich hat jeder der sowas macht irgendwo ein Problem und ist wohl kaum normal.

Mir f├Ąllt schwer genau auszudr├╝cken was ich meine. Was ich sagen will ist dass ich unterscheiden will zwischen denen die wirklich leiden (bzw. nicht mehr leiden, weil v├Âllig alle) und verw├Âhnten Wichtigtuern denen man einfach mal in den Arsch treten sollte. Ich wei├č dass ich da nicht viele Gleichgesinnte mit dieser Meinung finde, aber sie ist meine ├ťberzeugung. Es gibt genug Teenies die schnell mal schreien "├ätsch, ich bring mich um", genauso wie es die dullen Weiber gibt die immer dann schwanger sein wollen wenn der Typ sie verl├Ąsst.
Ich versuch sp├Ąter mal bessere Worte zu finden, nu hab ich erstmal Stau ├Ąh, Feierabend...

Der Beitrag wurde von Morrigan bearbeitet: 2. Jul 2007, 16:37


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Beitrag 2. Jul 2007, 16:42
Beitrag #41


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QUOTE (Matt @ Mon 2 July 2007, 17:12)
@Morrigan: Ein Aufmerksamkeitsdefizit kann man durchaus mit "Ritzen" zu kompensieren versuchen. Wenn es aber so weit ist, dass man zu diesen Mitteln greift, dann w├╝rde ich daf├╝r nicht zynisch den Begriff "Mode" benutzen, sondern von einer psychischen St├Ârung ausgehen. Nur um sich "wichtig zu machen", wie du schreibst, verst├╝mmelt man sich nicht freiwillig selbst. Daf├╝r gibt es gen├╝gend andere M├Âglichkeiten.

Besser sich selbst verst├╝mmeln als andere ... wink.gif

Dennoch finde ich es interessant, dass rein quantitativ die Diagnose psychisch-physischer St├Ârungen mit der Pr├Ąsenz dieser "Krankheiten" in den Medien zumindest in einigen F├Ąllen positiv korreliert zu sein scheint.
Liegt es daran, dass die Gesellschaft sich dieser Krankheiten bewusster wird, also die Dunkelziffer sozusagen sinkt, die Zahl der F├Ąlle tats├Ąchlich steigt (warum auch immer) oder dass die Diagnose ├Âfter getroffen wird, ganz einfach, weil es sie gibt, es sich sozusagen um Gef├Ąlligkeitsdiagnosen im Rahmen sich ├Ąndernder gesellschaftlicher Anforderungen handelt.

AD(H)S scheint mir (ganz subjektiv) bspw. eines dieser komplexen Diagnose-Unget├╝me zu sein. Wenn ich es ├╝berschlage, sind bestimmt 25% der Kinder aus meinem Bekanntenkreis mit dieser Diagnose gesegnet. Davon sind m.E. 90% auch nicht anders, als "wir" es damals waren. Im Gegensatz zu "uns" allerdings fehlt ihnen zum einen die Aufmerksamkeit der Doppelverdiener-Eltern und zum anderen sind ihre Eigenarten weniger mit einem durch-├Âkonomisierten Schulbetrieb kompatibel. Die Kleinen werden quasi als krank definiert, um sie leichter handlebar zu machen (in der Schule und zu Hause) indem man ihnen Ritalin einwirft, anstatt sich um sie zu k├╝mmern und ihren Bed├╝rfnissen und nicht denen der Gesellschaft (=Wirtschaft) gerecht zu werden. Wie gesagt: mein ganz subjektiver Eindruck.


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Mad Hatter
Beitrag 2. Jul 2007, 19:19
Beitrag #42


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QUOTE (Deus Irae @ Mon 2 July 2007, 17:42)
Liegt es daran, dass die Gesellschaft sich dieser Krankheiten bewusster wird, also die Dunkelziffer sozusagen sinkt, die Zahl der F├Ąlle tats├Ąchlich steigt (warum auch immer) oder dass die Diagnose ├Âfter getroffen wird, ganz einfach, weil es sie gibt, es sich sozusagen um Gef├Ąlligkeitsdiagnosen im Rahmen sich ├Ąndernder gesellschaftlicher Anforderungen handelt.

Irgendwie glaub ich von allem etwas laugh.gif

QUOTE
AD(H)S scheint mir (ganz subjektiv) bspw. eines dieser komplexen Diagnose-Unget├╝me zu sein. Wenn ich es ├╝berschlage, sind bestimmt 25% der Kinder aus meinem Bekanntenkreis mit dieser Diagnose gesegnet. Davon sind m.E. 90% auch nicht anders, als "wir" es damals waren. Im Gegensatz zu "uns" allerdings fehlt ihnen zum einen die Aufmerksamkeit der Doppelverdiener-Eltern und zum anderen sind ihre Eigenarten weniger mit einem durch-├Âkonomisierten Schulbetrieb kompatibel. Die Kleinen werden quasi als krank definiert, um sie leichter handlebar zu machen (in der Schule und zu Hause) indem man ihnen Ritalin einwirft, anstatt sich um sie zu k├╝mmern und ihren Bed├╝rfnissen und nicht denen der Gesellschaft (=Wirtschaft) gerecht zu werden. Wie gesagt: mein ganz subjektiver Eindruck.


Jo, das ist auch so eine Sache. Ich will keinem was unterstellen, aber oft genug sieht man es selbst, viele Schnallen haben einfach keinen Plan mehr wie sie ihre Blagen vern├╝nftig besch├Ąftigen k├Ânnen. F├╝r mich ist es kein Wunder wenn die Ulligen heute alle fahrig und nerv├Âs sind. Die Weiber hocken zusammen, quasseln, paffen eine nach der anderen und parken die Ableger im vollgestopften Kinderzimmer und/oder vor der Glotze/der PS oder dem GQ. Auf Fragen wird nicht vern├╝nftig geantwortet weil das Gequatsche wichtiger ist. B├╝cher werden nicht anger├╝hrt, anstatt was zu unternehmen wird rumgegammelt. Hausaufgaben machen, was ist das? F├╝r die Nichtauslastung ihrer Kinder, die, weil nicht sinnvoll besch├Ąftigt, nur rumhibbeln haben sie dann parat: "Der Leon-Torben ist ja hyperaktiv" rolleyes.gif

Der Beitrag wurde von Morrigan bearbeitet: 2. Jul 2007, 19:20


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Beitrag 2. Jul 2007, 19:58
Beitrag #43


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Interessante Diskussion, die sich da entwickelt hat... Klar wird der Begriff "Borderliner" heute inflation├Ąr verwendet. Es geht auch nicht ums Ritzen, dass ist nur ein Symptom, nicht jeder Borderliner ritzt sich, und nicht jeder ritzende Emo ist Borderliner. Es gibt viele Wege, sich selbst zu zerst├Âren, seinem Selbsthass Ausdruck zu verleihen. Fast alle Borderliner, die ich kenne, trinken zum Beispiel exzessiv.

Borderline ist f├╝r mich eine psychische St├Ârung, die vor allem auf dem schwierigen Umgang mit Menschen beruht. Es ist eine Beziehungsst├Ârung. All meine Beziehungen sind gest├Ârt, von meiner Seite aus. Das Schneiden ist nur ein Symptom, nicht die Krankheit selbst. Und ich schneide mich nur, wenn ich wieder mal zu sehr unter meiner Beziehungsunf├Ąhigkeit leide. Dann klinkt sich irgendwas aus in meinem Gehirn.

Ursachen? Eine Tendenz in den Genen und beschissene Dinge, die in meiner Pubert├Ąt abgelaufen sind. Sicher ist nicht die "kranke Gesellschaft" daran schuld.

Ich habe mehrere spezielle station├Ąre Therapien hinter mir, auch sogenannte "Hirnfick"-Therapien. Die Therapeuten provozieren einem dauernd und versuchen so, das falsche, sich selbst abwertende Eigenbild zu "korrigieren". Borderliner hassen vordergr├╝ndig andere Menschen (dar├╝ber bin ich hinaus, auch dank Therapie), aber in Wirklichkeit hassen sie sich selbst.

Nicht vergessen: Es ist ein v├Âllig irrationales Verhalten, eben "krank", und der Begriff Borderline umfasst als Diagnose heute viel zu viele Leiden. Ich lese ja selbst ├╝ber den Kram und streite mit Psychologen....
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Beitrag 2. Jul 2007, 20:28
Beitrag #44


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QUOTE (Be @ Mon 2 July 2007, 20:58)
Ich habe mehrere spezielle station├Ąre Therapien hinter mir, auch sogenannte "Hirnfick"-Therapien. Die Therapeuten provozieren einem dauernd und versuchen so, das falsche, sich selbst abwertende Eigenbild zu "korrigieren".

Kann eine Psycho-Therapie, deren Methoden und Ziele der Patient voll "rationalisiert", ├╝berhaupt erfolgreich sein?

Der Beitrag wurde von Deus Irae bearbeitet: 2. Jul 2007, 20:30


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Voivod
Beitrag 2. Jul 2007, 20:39
Beitrag #45


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Ich denke, es ist h├Ąufig der falsche Ansatz, v.a. f├╝r Leute wie mich, welche die Absicht des Therapeuten nach zwei Sekunden durchschaut haben wink.gif Nein, ab einem gewissen Alter l├Ąchelt man nur noch ├╝ber solche Methoden. Aber das Rationalisieren der eigenen Gedankenwelt ist IMO schon wichtig, denn die Gef├╝hle geben dem Borderliner ja ein v├Âllig falsches Bild der Realit├Ąt. Die Gef├╝hle sind es, die "krank" machen. Ich "weiss" ja, dass ich nicht ganz so hassenswert bin, wie ich mich f├╝hle. (Bitte den obligaten Witz an dieser Stelle unterlassen! wink.gif )
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pana
Beitrag 2. Jul 2007, 20:54
Beitrag #46


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QUOTE (Be @ Mon 2 July 2007, 20:58)
Ursachen? Eine Tendenz in den Genen und beschissene Dinge, die in meiner Pubert├Ąt abgelaufen sind. Sicher ist nicht die "kranke Gesellschaft" daran schuld.

Ich denke doch, da├č die Umwelt bzw. die Gesellschaft zu etwa 50 Prozent zu Deinem Zustand beigetragen hat bzw. beitr├Ągt.

Man sollte nicht zuviel den Genen zuschreiben.

Das sage ich auch im Interesse von Deus' Kindern, f├╝r die demnach noch Hoffnung besteht. laugh.gif
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Maxileen
Beitrag 2. Jul 2007, 21:01
Beitrag #47


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QUOTE (Deus Irae @ Mon 2 July 2007, 17:42)
AD(H)S scheint mir (ganz subjektiv) bspw. eines dieser komplexen Diagnose-Unget├╝me zu sein. Wenn ich es ├╝berschlage, sind bestimmt 25% der Kinder aus meinem Bekanntenkreis mit dieser Diagnose gesegnet. Davon sind m.E. 90% auch nicht anders, als "wir" es damals waren. Im Gegensatz zu "uns" allerdings fehlt ihnen zum einen die Aufmerksamkeit der Doppelverdiener-Eltern und zum anderen sind ihre Eigenarten weniger mit einem durch-├Âkonomisierten Schulbetrieb kompatibel. Die Kleinen werden quasi als krank definiert, um sie leichter handlebar zu machen (in der Schule und zu Hause) indem man ihnen Ritalin einwirft, anstatt sich um sie zu k├╝mmern und ihren Bed├╝rfnissen und nicht denen der Gesellschaft (=Wirtschaft) gerecht zu werden. Wie gesagt: mein ganz subjektiver Eindruck.

Stimmt, ADS ist inzwischen 'ne ziemliche Modediagnose geworden, die oft viel zu voreilig gestellt wird. Andererseits denke ich aber auch, dass wirklich Betroffene heute viel bessere Chancen haben, richtig behandelt zu werden.

In meiner Kindheit war das Wort ADS hierzulande noch nahezu unbekannt, sodass ich meine Diagnose erst letztes Jahr bekommen habe - etwa 20 Jahre zu sp├Ąt, w├╝rde ich meinen, denn auff├Ąllig war ich schon im Kindergarten, weil ich mich da dauernd zur├╝ckzog und wenig mit den anderen Kindern spielte. Heute vermute ich, dass mich der L├Ąrm und die vielen Kinder einfach ├╝berfordert haben.

Heute ziehe ich mich immer noch stark zur├╝ck und habe heftig damit zu k├Ąmpfen, dass ich das in meiner Jugend auch getan und damit viele Chancen verpasst habe, die sich jetzt, mit 25, nur noch m├╝hsam oder vielfach gar nicht mehr nachholen lassen. Gerade was zwischenmenschliche Kontakte angeht, habe ich sehr starke Defizite, und die h├Ąngen sicher auch (vielleicht sogar vorrangig) mit meinem ADS zusammen.

QUOTE (be)
Ich habe mehrere spezielle station├Ąre Therapien hinter mir, auch sogenannte "Hirnfick"-Therapien. Die Therapeuten provozieren einem dauernd und versuchen so, das falsche, sich selbst abwertende Eigenbild zu "korrigieren". Borderliner hassen vordergr├╝ndig andere Menschen (dar├╝ber bin ich hinaus, auch dank Therapie), aber in Wirklichkeit hassen sie sich selbst.


Bei meiner station├Ąren Therapie f├╝hlte ich mich auch oft von den Therapeuten provoziert - bzw. eher missverstanden, da die ├╝berhaupt nicht mit mir umgehen konnten. Borderliner bin ich sicher nicht, aber ich f├╝hlte mich oft von den Therapeuten unter Druck gesetzt und in die Ecke gedr├Ąngt, hatte zeitweise sogar das Gef├╝hl, die wollen mir nicht helfen, sondern sind meine Gegner - quasi wie Eltern, gegen die ich mich widersetzen muss. Darum war ich oftmals nicht f├╝r Tipps und Ratschl├Ąge offen, zumal die Umgangsart mancher Therapeuten wirklich unter aller Sau war. Da habe ich dann oft dicht gemacht und alles abgeblockt - und mich, wenn beispielsweise Selbstmordgedanken aufkamen, auch nicht an die Therapeuten gewendet, da ich zu denen einfach kein Vertrauen aufbauen konnte.


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Mad Hatter
Beitrag 2. Jul 2007, 21:05
Beitrag #48


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Hm, die Gesellschaft kann man nicht f├╝r alles verantwortlich machen. Die Gene find ich aber doch.
Jo, und Gef├╝hle sind doof. Noch doofer ist aber dass man oft einfach nicht differenzieren kann. Die Welt geht unter f├╝r einen Furz. Man rastet aus obwohl der Anlass nichtig und schwachsinnig ist, aber in dem Moment gibt es nichts was gar f├╝rchterlicher w├Ąre. Anschlie├čend versteht man die Welt nicht mehr wei├č wie man so d├Ąmlich sein kann sich so reinzusteigern, das regt dann wieder auf. pinch.gif
Wehe dem der einem dann noch die Vorfahrt nimmt borg.gif

Der Beitrag wurde von Morrigan bearbeitet: 2. Jul 2007, 21:13


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Beitrag 2. Jul 2007, 21:22
Beitrag #49


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QUOTE (Morrigan @ Mon 2 July 2007, 22:05)
Hm, die Gesellschaft kann man nicht f├╝r alles verantwortlich machen. Die Gene find ich aber doch.
Jo, und Gef├╝hle sind doof.

... aber nicht alle wink.gif

QUOTE
Noch doofer ist aber dass man oft einfach nicht differenzieren kann. Die Welt geht unter f├╝r einen Furz. Man rastet aus obwohl der Anlass nichtig und schwachsinnig ist, aber in dem Moment gibt es nichts was gar f├╝rchterlicher w├Ąre.


Ich hab mir in den letzten Wochen angw├Âhnt, meine Wut von einer rationalen Ebene aus zu genie├čen, und stehe auf dem Standpunkt: Je ne regrette rien!
Allerdings w├Ąhle ich nach wie vor aus, wen ich meinen Zorn sp├╝ren lasse .. mrgreen.gif


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Beitrag 2. Jul 2007, 22:32
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QUOTE (Morrigan @ Mon 2 July 2007, 22:05)
Hm, die Gesellschaft kann man nicht f├╝r alles verantwortlich machen. Die Gene find ich aber doch.

In einer Umgebung der allgemeinen Zufriedenheit und Entspanntheit w├╝rden kaum psychische Probleme ├╝brig bleiben, nehme ich an.

Was haben wir denn aktuell? Angst um den Job, wenn man einen hat. ├ťberstunden. Schlechte Bezahlung. Oder gute Bezahlung und trotzdem endlosen Stre├č. ├ärger in der Familie, mit dem Vermieter, mit dem Nachbarn, der Versicherung, dem Finanzamt usw...
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